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Bambi: Die Abrechnung

Auf dem Weg zu einem Familientreffen haben Xana (Roxanne McKee) und ihr Sohn Benji (Tom Mulheron) mit dem Taxi einen Unfall. Darin involviert: Ein gigantischer, offensichtlich nicht mit ganz naturellen Fähigkeiten ausgestatteter Hirsch, der das Fahrzeug schier aufs Korn nimmt. Nur knapp können Mutter und Sohn dem Tier entkommen und warnen daraufhin den Rest der Familie. Doch der Hirsch hat sich seine nächsten Opfer längst ausgesucht und macht Jagd auf die Menschen, die es wagen, ihm unter die Haut zu kommen. Auch eine Gruppe kaltblütiger Jäger, die das Ungetüm erlegen sollen, bekommen seinen Zorn zu spüren...

Eigentlich hatte ich mir versprochen, zukünftige Filme der typischen Die Lizenz ist plötzlich zu haben und deswegen wird ein Kindermärchen zum Splatter-Horror umfunktioniert, aber ohne Budget und mit ganz viel billigem Schund-Masche zu ignorieren. Zu schmerzhaft saß noch das Leid, welches ich bei der Sichtung der beiden Micky-Maus-Schundfilme Screamboat und vor allem Mouse Trap (der ganz offiziell auf Platz 1 meiner Liste der schlechtesten Filme ALLER ZEITEN steht) hatte. Aber da der nächste Film, der sich diesmal an der ausgelaufenen Lizenz des traurigsten Rehkitzes überhaupt austobt, zu dem berüchtigten Twisted Childhood Universe gehört und somit zu einer Reihe, die ich angefangen und mit fortschreitender Filmanzahl immer wieder ganz, ganz leichte Qualitätssteigerungen nachgesagt hatte, wollte ich hier zumindest mal reinschalten. Nach den ersten beiden Winnie Puuh-Flops und dem kreativ angehauchten, letztlich aber auch sehr mauen Peter Pan's Neverland Nightmare kommt nun also der offizielle vierte Film dieses übergeordneten Universums... und natürlich ist auch dieser wieder völlig schrottig.
Man kann und sollte natürlich anerkennen, dass wir mittlerweile recht weit weg sind von dem völlig banalen und irgendwie auch frech-dummen Prozedere sind, wo sich Hünen mit Karnevalsmasken als Winnie Puuh und Ferkel ausgegeben haben. Und der CGI-Hirsch, der eine übergroße und reichlich dämonisierte Version unseres Bambi darstellen soll, sieht dank sehr viel verzeihender Dunkelheit auch gar nicht so schlecht aus. Das hat den Machern dann aber offensichtlich etwas zu viel Mut gegeben, sodass sie sich nach rund einer halben Stunde sogar an einen Zeitlupen-Shot des jagenden Hirschs im Laternenlicht herangetraut haben... und dann sieht das Ergebnis direkt wieder unfassbar mies aus. Aber hey, Babyschrittchen sind deutlich zu verzeichnen und generell ist Bambi: The Reckoning aus rein inszenatorischer Sicht nicht schlechter als die letzten Vertreter der Reihe. Der Cast hingegen macht seine Sache wirklich nicht gut und ob nun wirklich der gesamte Film in anstrengender Finsternis spielen musste, darf gerne leidenschaftlich diskutiert werden.  
Mittlerweile finde ich es allerdings traurig, dass die Macher rund um dieses Schund-Universum angesichts der beachtlichen Gewinne, die sie mit diesem aufgrund der wahnsinnig kleinen Budgets erzielen, nicht auch endlich mehr wagen. An deren Stelle hätte ich mit diesem Geld schon längst versucht, innerhalb dieser Reihe und mit den gegebenen Möglichkeiten mehr zu machen als nur die stumpfesten Klischees zu bedienen. Aber nein, hier ruht man sich auf den uralten Manirismen des Genre-Kinos aus, lässt hilflose Opfer auf einen knirschenden Zweig treten und eine schreiende Frau, die durch ein Fenster fliehen will, an dessen verklemmter Halterung verzweifeln. Obwohl alle paar Minuten ziemlich viel Blut spritzt und kaum ein Körperteil am Ende noch da ist, wo es hingehört, habe ich mich hinsichtlich solch offensichtlicher Banalitäten und dem Fehlen des dringend benötigten Humors wahnsinnig gelangweilt. Dass man die Kindervorlage zudem zu nicht mehr als einem Monsterhorror-Film von der Stange nutzt, ohne am Wegesrand ein paar kreative Ideen rund um das Original beizusteuern, ist einfach faul... auch wenn eine plötzlich auftauchende, andere Rasse zumindest für einen kleinen Moment suggeriert, dass hier noch etwas mehr drin sein könnte.

Fazit: Kapitel Vier im Twisted Childhood Universe fährt die bekannte, sichere, banale Schrottnummer ab, ohne sich dabei um kreative Ideen zu kümmern oder zumindest mehr zu wollen als das absolute Minimum. Auf technischer Ebene macht die Reihe deutliche Fortschritte, was angesichts der niedrigen Messlatte der Vorgänger aber auch nicht zwingend für Jubelstürme sorgen sollte.

Note: 5+



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