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The Night Manager - Die zweite Staffel

Neun Jahre sind seit dem Einsatz vergangen, an dessen Ende Jonathan Pine (Tom Hiddleston) den Waffenhändler Richard Roper (Hugh Laurie) in Ägypten austrickste, was letztendlich in dessen Tod endete. Nach der Identifizierung von Ropers Leichnam kehrte Pine nach England zurück, wo er schließlich wieder als Geheimagent aktiviert wurde. Nun arbeitet er wieder für den MI-6 und überwacht dabei verschiedene Operationen, vor allem aus sicherem Abstand von diversen Bildschirmen aus. Dabei springt ihm eines Tages ein bekanntes Gesicht ins Auge, welches er Ropers damaligem Team zuordnet. Mit der Gewissheit, dass der Einsatz von damals vielleicht noch gar nicht beendet sein könnte, wirft sich Pine erneut in Schale, um einige Gangster zu täuschen... und in ihre Dunstkreise vorzudringen, um womöglich Millionen von Leben zu retten.

Für die zahlreichen Fans der ersten Staffel (die damals aber ja eigentlich noch als Mini-Serie konzipiert war) war es eine wirklich lange Wartezeit. Und es ist irgendwie erstaunlich, dass trotz all des Zuspruchs, der hervorragenden Kritiken und des großen Erfolgs trotzdem neun Jahre ins Land gezogen sind, bis eine lange diskutierte Fortsetzung von The Night Manager endlich erschien. Woran das lag, weiß man gar nicht so genau, es dürfte sich aber um den recht üblichen Mix aus vollen Terminkalendern der Stars sowie einigen Uneinigkeiten bezüglich der Ausrichtung der Handlung gehandelt haben. Denn tatsächlich konzipierte man nicht einfach nur eine zweite Staffel, sondern plante eine nachfolgende dritte gleich mit. Die Wartezeit bis zu dieser wird (auch da diese Season diesmal eindeutig nicht in sich abgeschlossen ist und uns mit einigen Cliffhangern zurücklässt) sicherlich nicht so lang ausfallen - Gerüchte sprechen von einem Drehbeginn noch in diesem Jahr.
Aber bevor wir über die Zukunft reden, sprechen wir über die zweite Staffel. Hierbei bleiben sich die Macher im Grunde erstaunlich treu, tun aber auch einige Dinge, die ich nicht erwartet hätte. Im Grunde habe ich nämlich mit einer Staffel gerechnet, die einfach nur einen weiteren, frischen Fall für Jonathan Pine und sein Team auffährt. Das ist zwar prinzipiell auch so, doch ist dieser Fall so tief verbunden mit dem, was in der ersten Staffel geschehen ist, dass man hier auch dramaturgisch von einer ganz klaren Fortsetzung sprechen muss. Im Grunde geht die Geschichte, trotz des Zeitsprungs von neun Jahren, recht konsequent weiter. Fans wird das freuen, geben sich nämlich nicht nur viele bekannte Gesichter ein Stelldichein, es werden zudem auch tief verwurzelte Handlungsstränge der ersten Staffel erneut aufgegriffen und fortgeführt. Leider verlässt man sich dabei aber auch zu sehr auf das Altbekannte: Vieles kommt einem hier vertraut vor und der Spannungsaufbau gelingt nicht ganz so gekonnt wie zuvor, auch wenn es immer wieder ein paar faustdicke Überraschungen gibt.
Und obwohl immer sehr viel los ist, hat man am Ende der sechsten Folge eigentlich nicht das Gefühl, wirklich weitergekommen zu sein. Gerade die aus der ersten Staffel bekannten Figuren sind zwar wieder dabei, werden aber kaum weiter beleuchtet. Deutlich interessanter sind da schon die zahlreichen Neuzugänge, wobei besonders Babylon-Star Diego Calva als neuer Gegenspieler heraussticht. Der restliche Cast macht seine Sache aber natürlich ebenfalls durch die Bank weg gut - besonders eine zurückkehrende Figur, mit der ich so nicht gerechnet habe, sorgt für sehr viel Gravitas. Und Tom Hiddleston hat seine Rolle indes so verinnerlicht, dass er scheinbar hinter ihr zu verschwinden vermag. Fans freuen sich indes darüber, dass die Serie stilistisch genau dort ansetzt, wo sie vor neun Jahren aufgehört hat - man mag aber bemängeln, dass die Show, die damals schon vor allem auf reinrassige und schier klassische Thriller-Unterhaltung setzte, in dem Zwang, möglichst viele Rückschlüsse zu ziehen, noch mehr an Frische einbüßt. Auf jede hammerharte Wendung folgt auch wieder Leerlauf, über die Figuren erfährt man zu wenig und das Finale zieht einem zwar den Boden unter den Füßen weg, hat bis zu diesem Punkt aber auch einen langen Anlauf gebraucht. Die Wartezeit bis zur dritten Staffel fällt aufgrund dieses Showdowns aber nicht einfach aus.

Fazit: Nicht mehr ganz so frisch und dynamisch wie die erste Staffel, was vor allem an einigem Leerlauf, aber auch an zu wenig Charakterisierung der bestehenden Figuren liegt. Fans werden trotzdem spannend unterhalten und dürften sich besonders auf eine detaillierte Fortsetzung freuen, die nicht nur einfach einen neuen Fall, sondern komplexe Rückschlüsse bietet.

Note: 3-



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