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Fabian und Die mörderische Hochzeit

Auf der Flucht vor einigen ziemlich finsteren Zeitgenossen, die er soeben übers Ohr hatte hauen wollen, muss der Hochstapler Fabian (Bastian Pastewka) improvisieren: Er gibt sich kurzerhand als Fotograf aus, um seinen Verfolger abzuschütteln und in der Menschenmenge einer gerade die Kirche verlassenden Hochzeitsgemeinschaft unterzutauchen. Dabei muss er die Gästeschar jedoch auch zu einem weiter entfernten Schloss begleiten, wo die Hochzeit in den Abendstunden zelebriert werden soll. Immerhin ergibt sich für Fabian dabei eine weitere Gelegenheit, einen wertvollen Gegenstand zu entwenden... sofern er sich den ständig wachenden Augen des Personals entziehen kann. Als jedoch ein Familienmitglied der Hochzeitsgesellschaft ermordet wird und dieser Mord in direkter Verbindung mit dem Gegenstand zu stehen scheint, muss sich Fabian als Ermittler ausgeben, um diesen wiederzufinden...

Es führt natürlich kein Weg drumherum, dass ich diesen Film in meiner Kritik noch mehrfach mit dem ersten Knives Out-Teil vergleichen werde. Denn nach dem großen Erfolg der mittlerweile auf eine Trilogie angewachsenen Reihe rund um den Detektiv Benoit Blanc wollten auch andere Studios ein Stück vom Kuchen abhaben und sich noch mal an dem mittlerweile wieder salonfähig gemachten Who-Dunnit-Genre austoben. Und warum auch nicht, wenn die Endergebnisse dann ebenso erheiternd, clever und spannend wie das große Vorbild sind? Amazon Prime schickt daher nun eine Art deutscher Variante ins Wettrennen - als Star-Ermittler darf sich Bastian Pastewka anschicken, einen Mordfall zu lösen. Dass Pastewka hier als Ermittler wider Willen seine altbekannten Manirismen (wenn auch in deutlich zurückgenommener Form) abfeuern darf, ist dabei Fluch und Segen zugleich. Denn Pastewkas Comedy-Timing ist weiterhin so präzise und gelungen, dass er zahlreiche Lacher verbucht. Da er sich dabei aber weitestgehend wieder selbst spielt (oder zumindest eine Variante seiner bekannteren Figuren), erschafft er dabei längst keinen so originellen und zusätzlich auch glaubwürdigen Charakter wie es Daniel Craig damals mit dem brillanten Benoit Blanc gelang.
Ähnliches lässt sich auch über die Schar an Verdächtigen sagen, die der Film auffährt. Während man in den Knives Out-Filmen den wahren Täter nicht aufgrund seiner Star-Position erraten kann, da die gesamte Darstellerriege bis unters Dach mit großen Namen gefüllt ist, wird hier das Gegenteil versucht. Pastewka ist der einzige, wirklich große Name im Cast, die restlichen Rollen werden von Gesichtern verkörpert, die man zwar hier und da schon mal gesehen haben mag, die aber (noch) kein Star-Appeal ausstrahlen - schade, denn gerade hier hätte man dem großen Vorbild aus Amerika durchaus nacheifern können. Womöglich wird dies in einer Fortsetzung ja noch angestrebt - Pastewka, der unter hochdatierten deutschen Schauspieler*innen wie Anke Engelke, Katja Riemann und Christian Tramitz ermittelt (um jetzt einfach mal bezüglich einer Besetzung frei herumzuspinnen), hätte definitiv etwas. Hier jedoch gerät das gesamte Ensemble der Nebenfiguren ziemlich austauschbar und reiht sich entweder in die Klischee-Schublade der überkandidelten Comedy oder der puren Langeweile ein. Wer hier letztendlich der Mörder ist, ist angesichts dieses farblosen Ensembles leider bald recht egal.
Wobei es auch aufgrund der Krimi-Handlung recht egal zu sein scheint, wie die ganze Nummer denn nun endet, denn wenn im Finale zu einem zehnminütigen Monolog aufgerufen wird, der dann noch mal ganz klar aufsagt, wer hier nun was gemacht hat, hat man längst kapituliert. Die Geschichte dümpelt nämlich im Grunde nur unaufgeregt vor sich hin, ist für eine Komödie nicht witzig und für einen Krimi nicht spannend genug. Das ist natürlich Gift für einen Film, der die Enttarnung eines Mörders als wichtigsten Fokus erklärt. Da taugt aber auch Fabian als Ermittler nicht, denn der hat ja eigentlich gar keine Lust, den Mordfall aufzuklären und handelt ausschließlich aus egomanischen Motiven - sich an diesem Charakter festzuhalten und ihm auf seiner Mission zu folgen, ist deswegen gar nicht so einfach. Und deswegen erfreut man sich zwar hier und da an ein paar feinen Lachern, muss aber am Ende einsehen, dass diese arg bemühte, deutsche Variante eines deutlich besseren, weil clevereren und originelleren Vorbilds, nicht viel wert ist. Mit mehr Star-Appeal und einem stärkeren Drehbuch hätte das hier noch Potenzial, aber ansonsten darf man es bei diesem einen Versuch auch gerne einfach belassen.

Fazit: Reichlich dröge und sehr bemüht inszenierte Kopie des Knives Out-Erfolgs, bei dem sich einzig durch Pastewkas bekanntes Comedy-Talent ein paar amüsante Momente finden lassen. In Sachen Nebenfiguren, Plot und Leidenschaft hängt man dem Vorbild aber ewig weit hinterher.

Note: 4



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