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Predator: Badlands

Auf Yautja Prime, dem Heimatplaneten der Predator's, soll der als schwach und unwürdig geltende Dek (Dimitrius Schuster-Koloamatangi) hingerichtet werden, um seinem Clan keine Schande mehr zu bereiten. Dek hingegen will sich beweisen, indem er den Kalisk, eine legendäre und kaum zu bezwingende Kreatur, erlegt. Dek flieht vor seiner Hinrichtung und schwört sich, nicht wieder zurückzukehren, bevor er nicht den Kopf des Kalisks mitnehmen kann. Auf dem Planeten Genna, wo das Monster lebt, sieht sich Dek jedoch erst einmal mit der unliebsamen Vegetation konfrontiert. Unterstützung erhält er schließlich von der beschädigten Androidin Thia (Elle Fanning), die auf einer ganz eigenen Mission auf Genna unterwegs ist. Gemeinsam begeben sie sich auf die Suche nach dem Kalisk, mit dem sie nun beide noch eine Rechnung offen haben...

Einen Film aus der emotionalen Sicht eines Predator's zu erzählen, mag für manch einen beinharten Fan wie eine unverzeihliche Entmystifizierung eines ehemals gnadenlosen Gegenspielers klingen. Tatsächlich ergibt dieser Schritt aber Sinn, denn ganz im Gegensatz zu dem reihen-verwandten Alien schien schon immer durch, dass die Predator's eine emotional intelligente Rasse sind und nicht nur einfache, fresswütige Monster. Ein Einblick in ihre Kultur und in die Art ihres Zusammenlebens klang dementsprechend spannend, doch der Ansatz wird hier nur für Klischees genutzt. Im Beisein anderer Predator's hält man sich hier eh nicht lange auf, da man Protagonist Dek schon früh auf eine alleinige Reise schickt. Und diese kommt in Sachen Plot ungemein banal daher und hat für mich vor allem deswegen nicht funktioniert, da mich die Beziehung zwischen Dek und der Androidin Thia völlig kalt gelassen hat. Da diese jedoch den emotionalen Grundboden einer Geschichte, die im Grunde mal wieder nichts erzählt, darstellt, war es für mich von Anfang an schier unmöglich, eine Bindung zu diesem neuesten Teil der Predator-Reihe aufzubauen.
Das hätte ich aber wohl auch kaum gekonnt, wenn ich es denn wirklich gewollt hätte (da die Reihe mit mir nie viel gemacht hat, bin ich dementsprechend erwartungslos an den neuen Film herangegangen). Was Fans nämlich hier bekommen, ist die lange gefürchtete, absolute Disneyfizierung eines Stoffes, der eigentlich mal knallharte Erwachsenen-Unterhaltung war. Damit meine ich nicht, dass eine Reihe nicht ihren Tonfall oder sogar das Genre wechseln sollte und die Predator-Reihe hat diesbezüglich in den letzten fünfzehn Jahren ja eine Menge Ideen ausprobiert, die alle nicht so richtig zünden wollten. Viel mehr geht es darum, dass man hier durchweg spürt, wie Disney mit aller Macht versucht, den Stoff auf ein jugendliches Publikum zurechtzuschneiden. Dass die Actionszenen nun allesamt unblutig ausfallen, kann man da noch verzeihen, da diese darüber hinaus solide inszeniert sind. Aber die ganze Atmosphäre drumherum ist mittlerweile so kindisch, dass sogar ich, der nicht als Fan der Reihe gilt, mehrfach die Hände über dem Kopf zusammenschlagen wollte. Es gibt unpassenden Slapstick-Humor und generische Sprüche, wie man sie auch aus einem der schwächeren Marvel-Filme hätte klauen können; es gibt einen niedlichen, tierischen Sidekick (!) mit supersüßen, großen Augen (!!). Und Und es gibt Slapstick mit diesem superniedlichen, tierischen Sidekick (!!!). Im Ernst, auf dem Tiefpunkt dieser Geschichte habe ich nur noch darauf gewartet, dass sich der Schneemann Olaf aus dem Wald schält und ein Liedchen zu trällern beginnt. Willkommen im Maushaus, Jäger.
Es ist aber längst nicht alles schlecht am neuen Predator-Film. Viel mehr ärgert man sich darüber, dass einige wirklich feine Ideen in solch einem miesen Umfeld stattfinden, wo sonst doch ein deutlich interessanterer Streifen hätte entstehen können. Neben all dem generischen Unsinn kommt Badlands nach rund einer Stunde nämlich doch einigermaßen in Fahrt und streift ein paar Storysequenzen, die gar nicht mal uninteressant sind. Die soliden Actionszenen habe ich schon angesprochen und auch wenn diese bisweilen ziemlich soft ausfallen und man die gewaltigen Kämpfe zwischen Monster und Monster nicht wirklich spürt, so sind sie in ihrer Inszenierung doch durchaus beeindruckend ausgefallen. Die Spezialeffekte geraten sehr überzeugend, werden aber leider in einen ansonsten reichlich hässlichen Film hineingesteckt. Denn ebenfalls typisch für Disney ist, dass Blockbuster heute nicht mehr beeindruckend aussehen dürfen, sondern in einer generischen Farbsuppe vor sich hinmodern müssen. Und deswegen suppt hier alles in entsättigten, milchig-grauen Farben vor sich hin und sogar die Kamerafahrt über eine Landschaft voller grüner Wiesen und lodernder Vulkane kommt ungemein flau daher. Muss ich zudem eigentlich noch erwähnen, dass auch dieser Predator-Film, der erneut mit einem Haufen komplett neuer Ideen daherkommt, schon wieder mit einer Art Cliffhanger endet, so wie alle anderen Teile davor, sodass man davon ausgehen müssen, dass auch diese ganze Nummer wieder unbeendet bleibt im großen Kosmos dieser Filmreihe? Nein? Gut, dann habe ich auch nichts gesagt.

Fazit: Obwohl sich durchaus ein paar interessante Ideen in diesem neuesten Eintrag der Reihe finden lassen, ist die Aufmachung so langweilig, der Plot so generisch und der Look so dermaßen flau, dass auch beinharte Fans bei der offensichtlichen Disneyfizierung des Stoffes nur wenig Freude haben werden.

Note: 4



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