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Nobody 2

Hutch Mansell (Bob Odenkirk) ist wieder voll im Geschäft und muss einen Auftrag nach dem anderen annehmen, um die Schulden auszugleichen, die er sich aufhalste, als er das Geld der Russen verbrannte. Durch die viele, sehr blutige Arbeit hat er immer weniger Zeit für seine Familie. Ein gemeinsamer Urlaub soll da Abhilfe schaffen, weswegen man zu fünft in das Ferienresort Plummerville an der kanadischen Grenze reist, um dort ein paar Tage in einem alten Wasserpark, den Hutch noch aus seiner Kindheit kennt, auszuspannen. Blöd nur, dass sowohl Hutch als auch sein Sohn Brady (Gage Munroe) gleich am ersten Abend in Schwierigkeiten geraten. Hutch macht deswegen unfreiwillig die Bekanntschaft mit den Leuten, die das Gesetz hier in die Hand nehmen und die vor Korruption nur so überquellen... und die wollen diesen Touristen am liebsten gleich aus dem Weg räumen. Hutch jedoch wehrt sich nach Leibeskräften und ist deswegen kaum in der Lage, diesen dringend benötigten Urlaub zu genießen.

Prinzipiell können wir uns hier kurz halten, denn Nobody 2 macht im Grunde noch einmal genau das Gleiche wie sein Vorgänger, der im Jahr 2021 recht überraschend ein echter Hit wurde. Dementsprechend sehen wir erneut einen gut aufgelegten und physisch stark austeilenden Bob Odenkirk in der Hauptrolle, der einigen bösen Buben die Fressen poliert und dabei auch selbst einsteckt. Die Geschichte ist erneut wahnsinnig dünn und verliert aufgrund der Wiederholung typischer Ereignisse und da wir diesen Hutch Mansell und das, was er so draufhat, bereits kennen, natürlich den Überraschungseffekt. Deswegen hat eine Fortsetzung, die nur des Erfolges wegen produziert wurde, ohnehin direkt das Nachsehen und muss sich dann bemühen, ein paar frische Ansätze zu finden, um aus deren Schatten zu treten.
Auf der reinen Handlungsebene gelingt das aber nicht, denn das typische Muster, die Figuren nun in den Urlaub zu schicken, wo auch wieder alles drunter und drüber geht, ist so veraltet und unoriginell, dass sich hier ohnehin keine Überraschungen ergeben. Die Geschichte wird, auch aufgrund des Schauplatzes, ein bisschen bunter, die Figuren sind überzeichneter und alberner. Aber da das im Vorgänger ja auch schon so war und die einzelnen Charaktere praktisch über keinerlei Zeichnung verfügen durften, ist das im Grunde schon okay so. Dass die aus dem Vorgänger bekannten Figuren ohnehin auserzählt sind und man sich deswegen leidlich strecken muss, um innerhalb der Familie Mansell noch so etwas wie ein Konfliktchen (einen richtigen Konflikt mag man das wirklich nicht nennen) zu provozieren. Aber darum geht es nun mal auch nicht, denn am Ende will man einfach nur sehen, wie Bob Odenkirk ein paar völlig eindimensionalen Klischee-Haudraufs auf die Mütze gibt.
Und das passiert natürlich. Die Actionszenen sind erneut ziemlich gut und bisweilen sogar originell inszeniert. Die Kampfszenen bestechen einerseits durch Übersichtlichkeit (was ja generell schon mal erfreulich ist), andererseits durch beinharte Choreographien. Es geht hier noch ein ganzes Stückchen brutaler zu als im ersten Teil, der dahingehend ja auch schon nicht gerade zimperlich war - durch eine durchgehende Überzeichnung, wenn inmitten einer Explosion noch fröhlich ein paar CGI-Körperteile durch die Luft fliegen, wird diese Brutalität aber angemessen abgemildert. Und auch wenn das ganze ziemlich dumm ist und in Sachen Story allerhöchstens die minimalsten Anforderungen an das Hirn des Publikums erfüllt, so macht der Showdown so viel Laune, dass man den Film deswegen noch ein wenig aufwerten mag. Dank einer bunten Beleuchtung macht er optisch durchaus was her und fröhnt so sehr der maßlosen Übertreibung, die in diesem Setting auch dringend angebracht ist, dass man gerne das Hirn ausschaltet und sich einfach nur berieseln lässt. Zudem darf man dann sogar Sharon Stone als völlig banale Gegenspielerin bewundern, die offensichtlich weiß, dass sie hier in echtem Nonsens mitspielt und sich dementsprechend nicht zurücknimmt. Nein, ganz ehrlich: Das ist so blöd, dass es schon wieder großen Spaß macht und darf dahingehend auch gerne entlohnt werden.

Fazit: Nobody 2 liefert exakt das, was Fans erwarten - eine unglaublich dünne Geschichte, knallharte, überzeichnete Action und einen spielfreudigen, physisch beeindruckenden Bob Odenkirk. Das ist zwar sehr dumm, macht aber auch Spaß... wenn auch ohne den Überraschungsfaktor des Vorgängers.

Note: 3-



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