Denny Swift (Milo Ventimiglia) ist ein Rennfahrer, dessen große Zeit noch nicht gekommen ist. Immer wieder fährt er Rennen rund um den Globus, in der Hoffnung, dass ein großer Verein ihn endlich bemerken und für die ganz großen Nummern auswählen wird. Dabei immer an Dennys Seite: Sein bester Freund und Glücksbringer Enzo, ein treuer Golden Retriever, den sein Herrchen von kleinsten Hundebeinen an aufgezogen hat. Ihr Leben in Zweisamkeit ändert sich, als mit der Lehrerin Eve (Amanda Seyfried) eine Frau in Dennys Leben tritt. Erst will sich Enzo mit ihr nicht so recht anfreunden, doch mit der Zeit erkennt er auch Eve's Liebe und akzeptiert sie. Über viele Jahre hilft Enzo den beiden über manch eine Katastrophe hinweg, bis hin zu den wahren, wirklich großen Schrecken des Lebens, die sogar den armen Hund bisweilen an seine Grenzen bringen...
"Enzo und die wundersame Welt der Menschen" einen Hundefilm unter vielen zu nennen, klingt natürlich ein bisschen gemein und ist so eigentlich auch nicht ganz richtig. Trotzdem nutzt der auf einer Buchvorlage von Garth Stein beruhende Film die bekannten Klischees des Tier-Dramas in aller Kunst aus, sodass das Publikum hier über weite Strecken genau das bekommt, was es zu erwarten hatte. Es gibt lustige Momente, in denen Enzo hier und da ein bisschen Chaos anrichtet; traurige Momente, in denen sowohl Enzo als auch die Menschen um ihn herum mit Schicksalsschlägen konfrontiert werden; und natürlich allerlei wegweisende Szenen, in denen der Hund als Begleiter des menschlichen Hauptdarstellers Teil von ganz großen Sprüngen in dessen Leben ist. Das ist nicht unbedingt subtil inszeniert und trägt im Grunde durchweg dick auf, wenn von wahren Seelen, der großen Liebe und allerlei Weisheiten philosophiert wird. Es versteht aber dennoch zu bewegen, was einer ganz bestimmten Casting-Entscheidung zu verdanken ist.
Und diese heißt Kevin Costner, welcher im Original den flauschigen Titelhelden spricht. Aber keine Sorge, dies ist nicht einer dieser Filme, in welchem der Hund plötzlich zu sprechen beginnt und so dann auch mit seinem Herrchen kommuniziert. Stattdessen sehen wir die gesamte Handlung aus Enzos Sicht, wobei Costners Synchronstimme durchweg die manchmal wirren, manchmal auch sehr klaren Gedanken des Tieres an die Zuschauer*innen überträgt. Glücklicherweise wurde für die deutsche Fassung auch kein x-beliebiger, durch seinen Namen noch mehr Menschen anziehender Promi gewählt, sondern Costners feste Synchronstimme Frank Glaubrecht. Beide sind dabei in der Lage, die Gedankenwelt Enzos auf angenehm trockene und auch wohltuend ruhige Art und Weise zu besprechen, was für allerlei Humor sorgt, aber auch in den dramatischen Momenten genau passt.
Diese Entscheidung, hier keinerlei Comedy-Goof zu nutzen, sondern Enzo als ebenso weisen wie manchmal auch etwas verwirrten Hund zu zeichnen, zahlt sich am Ende aus. Denn trotz aller kitschiger Überzeichnungen und rasch aus dem Weg geräumter Konflikte bleibt der Film somit auf dem Boden und wirkt irgendwie glaubwürdig. Es gibt darüber hinaus wenig, was man an dem Werk herausragend gut finden kann, aber auch nichts, was man ihm wirklich zur Last legen kann. Die Handlung verläuft über weite Strecken vorhersehbar, wobei der Mut, auch sehr düstere Momente des Lebens nicht auszuklammern und sich ihnen mit starker Melancholie zu widmen, lobend zu erwähnen ist. Darüber hinaus bleibt die Inszenierung in ihren betont farbkräftigen Bildern und mit der kitschigen, musikalischen Untermalung aber eher blass. Für Hundefreunde ist dies aber natürlich, wie schon "Bailey" und Konsorten, ein echtes Highlight. Alle anderen sehen eine solide Tragikomödie, die das Herz am rechten Fleck hat, aber auch nicht überraschen wird.
Fazit: Dank der wundervollen Sprechleistung von Kevin Costner bzw. Frank Glaubrecht bekommt "Enzo" einen recht speziellen, wohlfühlsamen Drive. Darüber hinaus bleibt der Film in seiner Ansammlung lustiger, trauriger und sportlicher Momente aber sehr erwartbar und wird auch reichlich mutlos inszeniert.
Note: 3
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