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Madagascar 3: Flucht durch Europa

Erneut ist es Zebra Marty, der sich mit seinem derzeitigen, recht ziellosen Leben in Afrikas Steppen unzufrieden zeigt. Deswegen geht es für die ausgebüchsten Zootiere erneut in Richtung Heimat, wobei man jedoch vorher einen Boxenstopp in Monaco einlegt, um die dort in einem Casino heimisch gewordenen Pinguine zurückzuholen. Das Chaos, welches Marty, Alex, Gloria und Melman dabei anrichten, ruft die gefürchtete Tierfängerin Chantal DuBois auf den Plan, die sich mit stoischer Entschlossenheit an die Fersen der Tiere heftet. Denen bleibt dann nur das Untertauchen in einem europäischen Zirkus... für den sie dann gleich eingesetzt werden, um dessen marode Show wieder zu altem Glanz zu verhelfen.

Nein, in (bislang ohnehin nicht erreichte) bessere Spuren kann auch "Madagascar 3" nicht geraten - der Abschluss der Trilogie, der im Jahr 2012 die Kinos unsicher machte, bietet im Grunde nur noch mehr von dem, was die Fans an den ersten beiden Filmen liebten. Dementsprechend macht das Werk wenig falsch, denn wo schon keine neuen Freunde gewonnen werden können, sollte man zumindest die Alten so gut es geht zufriedenstellen. Dementsprechend setzt man von allem, was altbekannt ist, noch einen drauf: Noch geschmeidigere (wenn auch stilmittelbedingt entfremdete) Animationen, noch wildere Actionszenen, noch mehr verrückte Figuren, noch mehr laute Holzhammer-Gags. Wer bereits mit den ersten beiden Filmen wenig anfangen konnte und diese aufgrund ihres ziemlich anstrengenden Tempos und der albernen Gags nicht zu schätzen wusste, der wird auch hier nicht bekehrt. Ganz im Gegenteil sogar, denn da das Finale der Reihe eben in all diesen Belangen noch mal einen draufsetzt und das Erzählen einer zumindest halbwegs sinnigen Geschichte zur vollkommenen Belanglosigkeit erklärt, dürfte diese Sichtung für die dann noch mal um einiges unbequemer ausfallen.
Denn wo der Schauplatz noch von den afrikanischen Steppen hin zum bunteren Europa wechselt, bleibt ansonsten alles beim Alten. Die neu zur Truppe stoßenden Figuren fügen sich mit ihrer mangelhaften Charakterzeichnung und dem übertriebenen Kreisch-Humor (eine Verbeugung vor den Looney Tunes in allen Ehren, aber die waren damals eben auch einfach nur zwanzig Minuten und nicht anderthalb Stunden am Stück zu goutieren) perfekt ein, ohne irgendeinen neuartigen Mehrwert zu bieten. Wirklich herausstechen tut da nur die neue Antagonistin, die mit ihren schrillen Gesangseinlagen und den überalberten Mätzchen zwar auch ein hohes Nervpotenzial bietet, durch ihre Entschlossenheit und immer neuen Tricks aber zumindest auch mal einen Lacher generiert. Was man von den alten Bekannten so nicht mehr behaupten kann, denn wo ja schon die vier Hauptprotagonisten nie so recht zu begeistern wussten (weswegen mit Ausnahme von Löwe Alex nun auch alle nur noch als Teammitglieder ohne eigenen Antrieb an Bord sind), enttäuschen diesmal auch die Sidekicks. Die sonst so zielsicheren Pinguine verkommen zum absoluten Randobjekt und auch King Julien kann diesmal wenig mehr tun als alte Kalauer und Songs zum Besten zu geben.
Das alles kuliminiert dann in einem Finale aus Formen und Farben, welches das Franchise und im Grunde auch diesen dritten Teil noch einmal auf den Punkt bringt: Für sich stehende, optisch alles überstrahlende und sicherlich hübsch aussehende Szenen, die alle vorhergehenden immer noch mal toppen in Sachen Ausstrahlung. Sinn soll das nicht ergeben, Herz haben soll das auch nicht und originell, Himmel, das soll es erst recht nicht sein. Alle Grenzen der Physik werden auf ziemlich anstrengende Weise außer Kraft gesetzt, ohne dass dabei denn mal ein anstädniger Witz herumkommen würde. Die im direkten Vorgänger noch ansatzweise weiterentwickelten Charaktere verkommen durch die Bank weg zu Stichwortgebern ohne Seele. Fans wird das gefallen, denn sie sind von der Reihe schließlich exakt das gewohnt. Alle anderen werden keinen Spaß haben. Wirklich nicht.

Fazit: Das Finale der Trilogie bietet alles, was Fans lieben, in noch höherer Rasanz. Alle anderen werden aufgrund der überbordenden Albernheiten, der flachen Charaktere und der angestrengten Überzeichnungen diesmal vollends abgehängt.

Note: 4-



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