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Dead Silence (2007)

Jamie Ashen (Ryan Kwanten) erhält eines Tages ein mysteriöses Paket, worin sich eine Bauchrednerpuppe befindet - kurz darauf findet er seine Frau Lisa (Laura Regan) brutal ermordet im Schlafzimmer auf. Für den Polizei-Detective Lipton (Donnie Wahlberg) ist Jamie als Täter quasi gesetzt... dieser glaubt jedoch, dass die mysteriöse Puppe etwas mit dem Tod seiner Frau zu tun hat. Um seine Unschuld zu beweisen und den Mord an Lisa aufzuklären, reist Jamie in seine alte Heimat Ravens Fair - dort erfuhr er als Kind von einer Legende rund um die Bauchrednerin Mary Shaw (Judith Roberts), die im Zusammenhang mit mehreren Todesfällen gestanden haben soll. Während er sich in den Geschichten rund um Shaw verliert, kommt Jamie einem grauenvollen Geheimnis auf die Spur...

Wie konnte mir dieser Film bloß entgehen? Ich liebe das (Horror-)Werk von Regisseur James Wan und "Dead Silence" scheint genau den Knotenpunkt zwischen seinem Durchbruch mit dem ersten Teil der "Saw"-Reihe und den später erschienenen, mehr auf eine schneidende Geisteratmosphäre setzenden "Insidious" und "Conjuring" darzustellen. Ein paar saftige, brutale Attacken gibt es auch hier - offensichtlich, da die Anhänger der Reihe rund um Folterkönig Jigsaw solche Szenen in einem neuen Film von Wan (und auch Autor Leigh Whannell) wohl erwarteten. Ansonsten klingt hier aber schon vieles verdächtig nach der Geistermär der Dämonenjäger Warren - von den düsteren Bildern, zu atmosphärischen Gruselszenen und einer Geschichte rund um einen finsteren Dämon. Man kann das Handwerk Wans hier durch und durch erkennen - das macht aus "Dead Silence" beileibe keinen guten Film, doch haben wir diesem anscheinend erst das Genie seiner späteren Gruselfilme zu verdanken.
Rein atmosphärisch erreicht "Dead Silence" ein sehr solides Niveau, durch welches wir in einigen Szenen angenehm geschauert werden - mit der Kaltblütigkeit und dem enormen Fingerspitzengefühl eines ersten "Conjuring"-Films beispielsweise, der altbekannte Tricks mit exquisiter Genauigkeit zu einem wahren Schaulaufen der Ängste verband, ist das hier aber noch weit entfernt. Immer wieder scheinen seine Ideen durch - über seidene Vorhänge, die kurz das Gesicht eines gruseligen Geistes verbergen bis zu dem cleveren Spiel aus Licht und Schatten. Und auch die Dämonenfratzen sind mindestens ebenso gruselig geraten wie in seinen späteren Filmen, wobei auch ein paar schöne Schockeffekte gelingen. Aber so richtig vom Hocker hauen will uns das nicht, denn rein atmosphärisch und auch in Sachen Schnitt der einzelnen Szenen geht "Dead Silence" niemals so weit, uns wirklich zu ängstigen. Das mag auch an der klischeebehafteten Puppe liegen, die zwar schaurig aussieht, deren langsames Stieren zur Seite und das Bewegen des Kopfes aber mehr als zu oft wiederholt wird - es lässt sich aus der Geschichte einer verfluchten und offensichtlich lebenden Puppe letztendlich nur eine kleine Anzahl an Horror-Variationen herausholen.
Auch die Geschichte überzeugt wenig, wobei sie im Mittelteil zwischen kleinen Spukszenen und einigen Recherchen von erstaunlicher Langsamkeit gar ihren Fokus zu verlieren droht. Darüber hinaus ist das Gezeigte eher banal, auch wenn einzelne Rückblenden, welche die Hintergrundgeschichte der Bauchrednerin Mary Shaw beleuchten, angenehm altmodisch geraten sind. Die Charaktere bleiben dabei fast durchgehend blass - selbst ein wesentlich charmanterer Schauspieler als der hier vollkommen farblose Ryan Kwanten in der Hauptrolle hätte wohl viel aus der Figur retten können. Und wo "Saw 2"-Star Donnie Wahlberg als kerniger Cop noch halbwegs unterhaltsam ist, stellt sich bei der Verpflichtung von so großen Namen wie Bob Gunton und Amber Valletta eher die Frage, wieso man diese überhaupt an Bord holte, wenn sie im Verlauf des Filmes nahezu nichts zu tun haben. Einen "Saw"-ähnlichen Twist, der am Ende noch mal alles umwirft, gibt es hier übrigens auch und dieser ist so skurill, aber auch so kreativ, dass man diesem dann doch applaudieren darf.

Fazit: Wans Puppen-Horror mag kein überzeugender Film sein - trotz atmosphärischen Settings und einigen schaurigen Szenen sind die Geschichte und die Charaktere viel zu flach, um das Interesse wachzuhalten. Immerhin führte es Wan aber ins Genre des Geister-Grusels und brachte uns somit Jahre später wesentlich bessere, beinahe kultige Schocker - das ist immerhin etwas.

Note: 4+





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