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Percy Jackson - Die erste Staffel

Stets dachte der zwölfjährige Percy Jackson (Walker Scobell), dass er ein völlig gewöhnlicher Junge sei, der sich mit den gleichen Problemen wie viele Jungs seines Alters herumärgern muss: Schule, fiese Klassenkameraden, Familienstress. Doch nachdem sich eine Lehrerin vor seinen Augen in eine fliegende Furie verwandelt hat und kurz darauf ein Minotaurus auftaucht, um ihn, seine Mutter und seinen besten Freund Grover (Aryan Simhadri) aufs Korn zu nehmen, lüftet sich das große Geheimnis: Percy ist ein sogenanntes Halbblut, der Sohn eines Gottes und einer Sterblichen und hat somit Zugang zu einem speziellen Camp, in welchem die Sprösslinge der Götter unterrichtet werden. Dort kann sich Percy aber kaum ausruhen, denn schon seine Ankunft verläuft mehr als unglücklich... und dann droht aufgrund eines verschwundenen Blitzes auch noch ein Krieg unter Göttern, den nur Percy verhindern kann.

Wenn ich an Fantasy-Filme denke, dann denke ich an fantastische Welten, malerische Bilder, Unmengen an feinen Details, epische Action und große Momente. Von all dem hat die seit 2023 auf Disney Plus laufende Percy Jackson-Serie zumindest in der ersten Staffel noch nichts zu bieten. Im Gegenteil sogar, fällt mir doch prinzipiell kein groß angelegtes Fantasy-Werk ein, dem es so sehr an ebenjener Fantasie, an Magie und am Staunen mangelt. Nun waren ja schon die beiden Versuche, die berühmte Romanreihe gegen Ende der 00er-Jahre ins Kino zu hieven, nicht gerade glorreich, aber das man nicht mal wirklich versucht, diesen Fehler wirklich auszubügeln, ist irgendwie schade. Natürlich bleibt einer Serie mehr Zeit, um der Buchvorlage in einzelnen Szenen gerecht zu werden und dementsprechend werden die acht Episoden genutzt, um auch zusätzliche Momente der Bücher zu berücksichtigen und hier und da auch die Figuren etwas öfter zu Wort kommen zu lassen. Dass das Endergebnis trotzdem völlig seelenlos und unattraktiv bleibt, hat vor allem mit der Regie und der Hauptfigur zu tun.
Letztere hat schon mal das große Problem, dass mit Walker Scobell ein Hauptdarsteller engagiert wurde, der im Grunde über keinerlei Charisma oder Ausstrahlung verfügt und dementsprechend vollkommen blass bleibt - ein Schicksal, welches sich Scobell auch mit seinen Co-Stars Aryan Simhadri und Leah Jeffries teilt, die Percys Compagnons Grover und Annabeth spielen. Wobei Simhadri immerhin noch ein paar nette Sprüche auf Lager hat, während die angedeutete, romantische Komponente zwischen Percy und Annabeth kaum banaler und unglaubwürdiger erzählt werden könnte. Das könnte man aber alles noch als kleine, ungelenke Fehler abtun, doch es ist auch darüber hinaus kaum möglich, die Titelfigur irgendwie zu mögen. Von Anfang an ist Percy Jackson ein fürchterlich egomanischer, unfreundlicher und undankbarer Sack, der selbst denen ständig ans Bein pinkelt, die ihm helfen wollen und gar ihre Leben für ihn riskieren. Wenn er selbst mal seinen Kopf riskiert, faselt er davon, dass ihm das ja Ruhm einbringen würde. Und wenn andere auf schlaue Ideen kommen, klopft er nur fiese und unpassende Sprüche, ohne selbst einen besseren Ausweg zu wissen. Auch dank der absolut austauschbaren und somit keinerlei Gegenakzente setzenden Performance des Darstellers ist Percy Jackson in dieser Serie ein absoluter Kotzbrocken... und dass wir diesem nun über acht Episoden folgen und ihm auf seinem Leidensweg die Daumen drücken sollen, wirkt wie ein schlechter Witz.
Die Regie bleibt ähnlich fruchtlos, was man besonders den Actionszenen anmerkt - selten war in einer Fantasy-Serie wohl in jeder Folge so viel los, ohne dass man dies wirklich spüren würde. Hier ein Minotaurus, da die Medusa, noch ein Monster und allerlei Flutwellen und Blitze und... nichts. Obwohl die Spezialeffekte durchweg gut sind, fehlt es der Regie an irgendeinem Gespür für Tempo, für den Schnitt, für irgendeine Form der Dynamik, weswegen selbst die größte Actionszene einfach nur dahindümpelt. Immerhin kommt die Geschichte, die sich über lange Zeit nur durch banal aneinandergereihte Szenen und einzelne Gefahrensituationen fortbewegt, ohne dass sich die darin handelnden Charaktere irgendwie entwickeln würden, gegen Ende besser in Fahrt. In den letzten beiden Episoden bekommt der zentrale Familienkonflikt endlich mehr Aufmerksamkeit und gar ein bisschen Tiefe und auch das Spektakel zündet mehr - bis zu einer Wendung, die sogar zu überraschen vermag. Das macht auch Hoffnung für die zweite Staffel, die nun vielleicht etwas mehr in die Tiefe gehen mag, ohne das Publikum ständig mit schwach in Szene gesetztem Bombast taubzuschießen... denn das haben doch die Filme bereits gemacht. Bis zu diesem Punkt bleibt aber nur zu sagen, dass man Percy Jackson weiterhin nur erduldet, ihn trotz seiner faszinierenden Ausgangssituation aber nicht genießt.

Fazit: Weitestgehend seelenloses, weil hinsichtlich der Handlung sehr banal zusammengeflicktes Fantasy-Abenteuer, welches vor allem an seiner unausstehlichen Hauptfigur krankt. Gegen Ende nimmt die Staffel an Fahrt auf, was Hoffnung für die Fortsetzung macht - zuvor bleibt aber weitestgehend nur die Aneinanderreihung wenig beeindruckender Fantasy-Schlachten.

Note: 4+



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