Zara (Sophie Turner) arbeitet in der Pensionsfonds-Investmentfirma Lochmill Capital. Sie verdient nicht viel Geld und verbringt ihre Freizeit vor allem mit rauschenden Partys. Ihr Arbeitsalltag ödet sie bereits an, als eines Tages eine Gruppe schwer bewaffneter Krimineller in das Großraumbüro eindringt. Zara und ihr Kollege Luke (Archie Madekwe) werden gezwungen, den Anweisungen der maskierten Täter zu folgen, was letztendlich darin resultiert, dass Renten der Bürger in Milliardenhöhe erbeutet werden. Die Polizei trifft nur wenig später am Tatort ein, kann die Kriminellen jedoch nicht mehr stellen. Die weitestgehend mit dem Schock davongekommenen Opfer werden befragt, wobei sich schnell herausstellt, dass die Täter mindestens einen Insider innerhalb des Büros gehabt haben müssen...
Sophie Turner legt derzeit eine ziemlich steile Karriere hin. Noch bevor Game of Thrones im Jahr 2019 überhaupt zu Ende ging (die Serie, die Turners Durchbruch in jungen Jahren darstellte), war sie bereits Teil des X-Men-Franchises... weswegen sich auch hartnäckige Gerüchte um eine Beteiligung Turners in irgendeinem der neuen Filme des Marvel Cinematic Universe halten. Soweit kam es bisher noch nicht, stattdessen hat die Schauspielerin in einem anderen, großen Franchise Platz genommen: Für Prime Video wird sie demnächst innerhalb einer großen TV-Serie zur neuen Lara Croft und beerbt damit Angelina Jolie und Alicia Vikander, die die ikonische Rolle zuvor im Kino ausfüllten. Für Turner, die nebenbei auch noch ihr Familienglück feiert, könnte es also kaum besser laufen - und wer sich nun davon überzeugen will, wie sie sich bald in der neuen Tomb Raider-Serie schlagen will, kann sich die ebenfalls auf Prime Video laufende Mini-Serie Steal anschauen, die jüngst erschienen ist und in der Turner eine der Hauptrollen spielt.
Wobei ein Vergleich hier natürlich hinkt, denn zur Waffe greift Turner hier nicht und ist auch nicht auf einsamen Inseln oder in verschollenen Gräbern unterwegs. Aber dass sie schauspielerisch gereift ist, das merkt man ihr durchweg an - im Zusammenspiel mit großen Namen wie Gran Turismo-Star Archie Madekwe zieht sie sich stets sehr angenehm aus der Affäre. Wer damals also sagte, dass sie eine der schwächeren Darstellerinnen in der gemeinhin ja hervorragend besetzten Game of Thrones-Show sei, dürfte hier zumindest dahingehend eines besseren überzeugt werden, dass Turner hier nicht emmy-würdig, aber definitiv durchweg glaubwürdig agiert. Da das hier aber kein reines Schauspieler-Kino ist, sondern einen echten Thriller darstellt, muss man seine Erwartungen dahingehend gar nicht zu hoch ansetzen.
Wer nach der ersten, sehr packenden Episode aber damit rechnet, dass uns hier eine echte Perle in Form einer Miniserie erwartet, der liegt ein bisschen daneben. Zwar halten die Macher die Spannung auch aufgrund der knackig kurzen Laufzeit von sechs Episoden, in denen stets eine Menge passiert, durchweg oben. Mit der Glaubwürdigkeit ist es angesichts von zahlreichen, nicht wirklich durchdachten und oftmals nur auf den bloßen Überraschungseffekt ausgelegten Wendungen aber schon bald vorbei. Zudem wirkt es ungemein bemüht, wenn mit der Zeit noch jeder Nebenfigur irgendeine düstere Seite oder zumindest ein Drama mit auf den Weg gegeben werden muss. Immerhin sorgt Steal so dafür, dass man kaum Zeit zum Luftholen hat und sich die Ereignisse auf dem Weg zum Finale mehrfach überschlagen. Ein wenig mehr Tiefe hinsichtlich der eher schmal gezeichneten Figuren hätten letztendlich jedoch für mehr Spannung gesorgt.
Fazit: Was als packender Thriller beginnt, enttäuscht hinten raus durch allzu unglaubwürdige Wendungen und schal gezeichnete Figuren. Aufgrund des hohen Tempos, des guten Looks und einer glaubwürdigen Hauptdarstellerin macht Steal dennoch Spaß.
Note: 3-
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