Im Jahr 2676 stürzt der interstellare Frachter "Hunter Gratzner" nach dem Einschlag eines Meteoritenschauers auf einem unbekannten, wüstenähnlichen Planeten ab. Nur elf Personen überleben den Absturz, darunter auch der als Gefangene transportierte und als hochgefährlich geltende Sträfling Richard B. Riddick (Vin Diesel). Da der Kapitän bei dem Absturz umkam, übernimmt die Andockpilotin Carolyn Fry (Radha Mitchell) das Kommando über das Team, wobei sie feststellen muss, dass das Schiff zuvor vom Kurs abkam und somit nicht mit Rettung an diesem unwirtlichen Ort gerechnet werden kann. Zudem stellt sich sehr bald heraus, dass Riddick selbst nicht die größte Gefahr für die anderen Überlebenden darstellt: Geflügelte, bei Nacht jagende Wesen haben es auf die Neuankömmlinge abgesehen und eine baldige Sonnenfinsternis scheint ihnen ein regelrechtes Festmahl anzubieten...
Der Auftakt der sogenannten Riddick-Reihe, die neben den Fast & Furious-Filmen ja so etwas wie das Herzstück in Vin Diesels Filmografie darstellt und für die er sich immer wieder verbürgt, beginnt also als recht reinrassiger Sci-Fi-Horrorfilm, der mehr als eindeutig auf der zur Jahrtausendwelle noch immer ziemlich populären Alien-Welle mitzureiten versucht. Dass aus dieser eigentlich eher trashig anmutenden Nummer gleich ein ganzes Franchise wachsen würde, daran dürfte im Jahr 2000 keiner der Beteiligten wirklich geglaubt haben. In der Tat ist es aber tatsächlich der von Diesel dargestellte Riddick, der diesem ansonsten ziemlich dürftigen, filmischen Machwerk noch so etwas wie eine eigene Identität verleiht - als knallharter Verbrecher, dessen Vergangenheit aber dennoch ein Mysterium bleibt, sorgt er für Konfliktstoff, aber gibt auch eine ambivalente Heldenfigur, geboren aus dem typischen Macho-Kino, ab. Muskelberge und Katharsis also, was zumindest nicht uninteressant ist... und da Diesel zu dieser Zeit, bevor er zum großen Kinostar wurde, auch noch ziemlich Bock hatte auf Rollen wie diese, macht es auch Spaß, ihm dabei zuzusehen, während die restliche Besatzung um ihn herum weitestgehend nur als Kanonenfutter taugt.
Das wars dann aber auch im Grunde schon an packenden Alleinstellungsmerkmalen, denn abgesehen von der Präsenz seines Hauptdarstellers hat Pitch Black wenig mehr zu bieten als die Trash-Varianten diverser, rasch heruntergekurbelter Alien-Kopien. Die Geschichte selbst ist im Grunde kaum einen Pfifferling wert, würde aufgrund des zumindest spannend vorgestellten Planeten, der aus drei Sonnen besteht, die alle gleichzeitig eine riesige Sonnenfinsternis bewirken können, aber zumindest völlig ausreichen. Die gefräßigen Alien-Viecher taugen dann als stumpfe Masse an Antagonisten, wobei aber angesichts der hundsmiserablen Effekte keine Horror-Stimmung aufkommen will. Natürlich muss man angesichts solch technischer Ungereimtheiten auch auf das Alter des Films und dessen sehr moderates Budget verweisen, weswegen sich auch ein Vergleich mit ähnlich alten, aber deutlich fürstlicher budgetierten Blockbustern wie der Der Herr der Ringe-Trilogie oder dem Sci-Fi-Klassiker Matrix verbietet. Aber dann hätte es eben einen Regisseur gebraucht, der über solch eindeutige Mankos besser hinwegtäuschen kann... stattdessen bekam Pitch Black aber David Twohy.
Twohy hat als Regisseur im Grunde kaum mehr als die drei Teile der Riddick-Reihe in seiner Biografie stehen. Zumindest in diesem ersten Film beweist er dann erstmal völliges Unvermögen, wenn es darum geht, irgendeine Dynamik innerhalb des Geschehens herzustellen. Gerade in der ersten Hälfte tackert er verschiedene Szenen völlig wirr aneinander und lässt somit weder eine dichte Atmosphäre noch irgendeinen Schwung innerhalb der ohnehin sehr dürftigen Geschichte aufkommen. Visuelle Einfälle hatte er indes auch keine... außer das gesamte Tageslicht-Geschehen mit diversen Farbfiltern und Überbelichtungen so dermaßen zu verfremden, dass einem glatt schlecht vor dem Bildschirm wird. Irgendwie sollte das dann also nach Alien-Planet aussehen, tut es aber nicht. Das führt dazu, dass Pitch Black heute ungemein hässlich aussieht und sich als äußerst billig daherkommender Sci-Fi-Möchtegern-Prolet in die Waagschale wirft. Gerade dieser arg spezielle Look hat dabei zwar durchaus seine Fans, aber mit irgendetwas Vergleichbarem hält der Film optisch niemals mit. Mit einem etwas talentierteren oder zumindest versierteren Regisseur hätte zumindest noch ein recht solider Alien-Film herauskommen können... aber so wirkt er selbst als das, was er sein will, noch unfreiwillig komisch.
Fazit: Weder der ohnehin arg banale Look noch die furchtbar miesen CGI-Effekte haben den Zahn der Zeit auch nur ansatzweise überstanden. Neben der schwachen Handlung und dem undynamischen Spannungsbogen fällt nur Vin Diesels Hauptfigur als angenehm präsent auf.
Note: 4
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