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Sonic the Hedgehog

Der superschnelle, blaue Igel Sonic muss, verfolgt von seinen Feinden, von seinem Heimatplaneten fliehen und kommt unerkannt auf der Erde unter. Dort versteckt er sich in seiner Höhle, beobachtet jedoch auch die Menschen in der Kleinstadt um ihn herum, für die er eine wahre Begeisterung hegt. Eines Tages kommt es jedoch, wie es kommen muss: Sonic fliegt auf und der von der Regierung beauftragte Dr. Ivo Robotnik (Jim Carrey) heftet sich an die Fersen des kleinen Rasers. Ohne weitere Alternativen fragt Sonic den örtlichen Polizeibeamten Tom Wachowski (James Marsden) um Hilfe. Dieser weigert sich erst, dem "Gesuchten" eine Fluchtmöglichkeit von der Erde zu suchen, doch schließlich willigt er ein. Beide freunden sich auf der gemeinsamen Reise immer weiter an, werden zeitgleich jedoch auch von Robotnik verfolgt, der alles daran setzt, Sonic zu fangen.

Normalerweise ist es kein gutes Zeichen, wenn die Macher eines Films den Start in förmlich letzter Sekunde noch einmal verschieben, um monatelang weiterhin an dem Werk herumzuschustern - oftmals ist dies ein Indiz dafür, dass Studios aus einem Flop mit Ansage noch zu retten, was zu retten ist. Dass die Videospielverfilmung "Sonic" schließlich vom Herbst 2019 bis ins Frühjahr 2020 geschoben wurde, lag aber vor allem an den negativen Reaktionen seitens der Fans auf das erste veröffentlichte Bildmaterial und speziell auf die Optik des tierischen Hauptdarstellers. Die Animation, die man nun im fertigen Film gewählt hat, ist wesentlich näher dran an der ikonischen Vorlage und stellte die argusäugigen Fans mehr als zufrieden - tatsächlich kam der Film letztendlich wesentlich besser weg als erwartet. Aber reicht es schon, wenn ein großer Blockbuster eben besser ist als der massive Extrem-Flop, den man ihm nachgesagt hatte? Die Antwort ist natürlich Nein, denn auch wenn "Sonic" nun keine Bauchlandung wurde, so ist es darüber hinaus eben auch nicht mehr als eine absolut mittelmäßige Videospielverfilmung, die eher von spaßigen Einzelszenen lebt.
Diese gehen zumeist aufs Konto von "Lemony Snicket"-Star Jim Carrey, der in der Rolle des karikierenden Bösewichts endlich so etwas wie eine Rückkehr zu den übermäßig albernen Vorstellungen abliefert, durch welche er in den 90ern so berühmt wurde. In seiner schrägen und überzeichneten Performance sorgt er vor allem im Zusammenspiel mit einer wunderbaren Nebenfigur (der aus "Underworld: Awakening" bekannte Lee Majdoub als herrlich stumpfer Geheimagent) für zahlreiche Lacher, was letztendlich dazu führt, dass beinahe jede Szene mit Carrey ein Gewinn ist. State of the Art sind auch die flotten Actionszenen, zu denen eine rasante Verfolgungsjagd im Mittelteil sowie ein ausladendes Finale gehören. Die Special Effects sind zwar durchweg als Künstlichkeit zu erkennen, haben aber durchaus optische Reize. Zudem überzeugen diese Szenen mit viel Humor und auch einer gewissen Cleverness, wenn die bekannten Fähigkeiten der beiden Gegenspieler hier vor allem für Fans durchaus Referenzen aufzeigen können.
Aber es gibt eben auch noch eine Geschichte zu erzählen und diese ist dann erwartungsgemäß eher dünn. Es ist schon fast frech, wie unauserzählt die Vorgeschichte des blauen Igels, der von seinem Heimatplaneten flüchten muss, hier wirkt. Als Ersatz muss die übliche "Tier-freundet-sich-mit-Mensch-an"-Geschichte herhalten, die hier ebenso vorhersehbar wie witzlos durchgezogen wird. Zwar gibt es zwischendurch einige witzige Einzelmomente (so der Besuch bei Toms Schwägerin), ansonsten geschieht hier aber wenig, was wirklich erhellend wäre. Darüber hinaus klauen die Macher dann sogar bei ihrem großen Blockbuster-Konkurrenten namens "X-Men" (wenn auch ebenfalls recht spaßig) und gestehen den Hauptfiguren im Grunde keinerlei echte Tiefe zu. Gut, das wäre bei einem Film wie diesem vielleicht auch zu viel, es ist aber schade, dass die Macher ihr Potenzial immer wieder aufblitzen lassen, um dann doch zur zahnlosen Abenteuerreise ohne Überraschungen oder mutige Einfälle zurückzukehren. Immerhin versprechen die Fortsetzungen, die in den Abspannsequenzen bereits angeteast werden, noch mehr Referenzen für Fans der Vorlage bereitzuhalten - diese werden übrigens wesentlich mehr Spaß haben als Zuschauer wie ich, die mit Sonic bislang wenig anfangen konnten. Denn die Seele des Videospiels scheint das Film in seinen kleinen, aber feinen Zitaten durchweg atmen zu können.

Fazit: "Sonic" ist besser als befürchtet, bleibt aber trotzdem im Mittelmaß stecken. Jim Carrey ist als alberner Bösewicht einfach brillant und auch die Actionszenen haben Witz und Köpfchen. Darüber hinaus bleibt die Handlung aber fast durchweg fahrig und vorhersehbar.

Note: 3-





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