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Mother's Day - Liebe ist kein Kinderspiel

Der Muttertag steht, wie jedes Jahr, vor der Tür und zahlreiche Mütter reagieren jeweils ganz anders auf den Tag, der ganz auf sie zugeschnitten sein soll. Jesse (Kate Hudson) ärgert sich mit ihrer Mutter Flo (Margo Martindale) herum, die nur wenig von ihrem Mann Russell (Aasif Mandvi) hält. Währenddessen stresst Sandy (Jennifer Aniston) mit ihrem Ex-Mann Henry (Timothy Olyphant), der auf das Recht besteht, die gemeinsamen Kinder öfters zusehen... dabei ist Henrys neue, junge Freundin Tina (Shay Mitchell) Sandy ein Dorn im Auge. Und dann wäre da noch die junge Mutter Kristin (Britt Robertson), die sich nicht sicher ist, ob sie ihren Freund Zack (Jack Whitehall) heiraten will. Der Grund besteht darin, dass sie ihre eigene Mutter niemals kennengelernt hat und sich nicht sicher ist, ob sie ohne diese beantwortete Frage überhaupt in der Lage ist, sich auf etwas so Festes einzulassen...

"Mother's Day" ist die letzte Regiearbeit von Garry Marshall, der im Sommer 2016 verstarb. Marshall galt als sowas wie das Genie des RomCom-Genres und seine großen Filme bestachen vor allem durch zwei Grundsätze: Sie drehen sich stets um einen konkreten Tag im Jahr und versammeln zudem durchweg eine erstaunliche Anzahl an Stars vor der Kamera. Das funktionierte mit "Happy New Year" noch ganz ordentlich, war aber schon beim "Valentinstag" eine eher maue Veranstaltung. Und so ist es nun leider auch bei Marshalls letztem Film, der den Muttertag zum Anlass für ein neuerliches Star-Schaulaufen macht und die sicherlich beachtenswerte Filmografie des Regisseurs zu keinem versöhnlichen Abschluss bringt. Etliche Stars und mehrere Plots, die natürlich streckenweise auch zueinanderfinden und in denen sich die Schauspielerinnen dann auch die Klinke in die Hand geben dürfen, können nämlich nicht über die generelle Schwäche der Storys hinwegtäuschen.
Marshall grast an diesen alles ab, was das Thema eben so hergeben muss: Gestresste Mütter. Mütter, die sich verlieben. Mütter, die sich neu verlieben. Mütter, die etwas riskieren. Dabei ist dann auch noch ein alleinerziehender Vater. Und eine Hochzeit gibt es natürlich auch. Sowie einige Krankenhausaufenthalte und romantische Liebesbekundungen. Also alles drin, was das Zielpublikum sehen will... nur leider ohne echten Charme, Witz oder Einfallsreichtum. Bezeichnend ist dabei eine ungeschriebene Regel des guten Filmemachens, die hier gleich mehrfach gebrochen oder gar mit Füßen getreten wird. Diese lautet "Show, don't tell" und besagt, dass man innere, emotionale Kämpfe der Charaktere nicht ständig an- und besprechen, sondern durch klare Taten und Szenen aufzeigen muss. Das lernt man schon im ersten Jahr an der Schauspielschule, aber hier scheint es den Drehbuchautoren nicht ganz klar zu sein, was diese Regel eigentlich bedeutet. Beispielsweise sitzt Margo Martindale, nur eine von vielen Ausnahme-Schauspielerinnen in dieser namhaften Besetzung, in einer Szene im Garten und sieht sich mit Tränen in den Augen die Fotos ihrer Tochter an, mit der sie momentan im Clinch ist. Jedem auch nur halbwegs emotional erwachsenen Zuschauer ist sogleich klar, was die Szene aussagt... damit es aber auch ja niemand missversteht oder man dem Publikum die Aufgabe, mit den Augen den Bildschirm anzusehen, auch abnehmen kann, kommentiert Martindale ihre Tat auch sogleich mit den Worten "Ich schaue mir gerade Bilder von meiner Tochter an". Klingt blöd und gestellt? Ist es auch und in dieser Form nicht mal die Ausnahme.
So torpediert Marshall die ohnehin schon ziemlich verkitschten und vorhersehbaren Geschichten, in denen auch oftmals gar nichts Bemerkenswertes passiert, noch einmal selbst und nimmt ihnen jegliche Glaubwürdigkeit. Er gibt jedem sein Happy End, ganz gleich, ob das zu den Charakteren passen mag oder nicht. Er geht keine Risiken ein, nutzt abgestandene Klischees ohne sie auch nur ansatzweise zu brechen. Trotz der spielfreudigen Besetzung bleibt der Humor somit absolut mainstreamtauglich oder, um es nicht anders zu sagen, mau. Und auch in den emotionalen Momenten findet man nicht die passende Klaviatur oder schießt unfreiwillig komisch übers Ziel hinaus, wenn das Grab von Bradleys im Krieg verstorbener Frau noch mit einer pathetischen USA-Fanfare überschattet wird. Keine Frage, es gibt einzelne Momente, die einem ein Schmunzeln entlocken oder auch mal ein wenig bewegen, doch der allgemeine Tonus bewegt sich in Richtung "Unglaublich manipulativ" oder eben einfach "Schnöde und langweilig". Das führt zu Charakteren ohne Ecken und Kanten und somit zu echter Langeweile - ein Muttertag hat einen besseren Film als diesen verdient.

Fazit: Ganz auf seine Zielgruppe und seine Stars zugeschnitten verdient sich "Mother's Day" ganz genau die Prädikate unmotiviert, langatmig und verfälscht - eine ziemlich maue Angelegenheit mit Storys ohne Charme, Charakteren ohne Kanten und Witzen ohne Witz.

Note: 4





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