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Road House (2024)

Der ehemalige UFC-Kämpfer Elwood Dalton (Jake Gyllenhaal), der sich nach einem tragischen Vorfall nun sein Geld mit Untergrund-Fights verdient, wird von der Roadhouse-Besitzern Frankie (Jessica Williams) angeheuert. Als Rausschmeißer soll er in ihrem Laden wieder für Ordnung sorgen, nachdem gefährliche Banden diesen jeden Abend aufmischen. Dalton nimmt den Job an und sorgt bereits in der ersten Nacht dafür, dass die Unruhestifter eins auf die Mütze bekommen. Dabei weckt Dalton jedoch auch einen echten Löwen, denn der reiche Unternehmer Ben Brandt (Billy Magnussen), der diese Schläger angeheuert hat, sieht es nicht gerne, so in den Rückstand zu gehen. Während Dalton sich in der neuen Heimat einlebt und Freundschaften schließt, braut sich am Horizont eine Bedrohung zusammen, die dem Underground-Kämpfer alles abverlangen wird...

Das Remake des Actionfilms aus dem Jahr 1989, damals noch mit Patrick Swayze in der Hauptrolle, wurde für Amazon Prime vor gut zwei Jahren zu einem echten Hit. Der Erfolg auf der Streaming-Plattform war so groß, dass Amazon sogar eine Fortsetzung bestellte, die nun schon seit einiger Zeit in der Mache ist. Und obwohl ich nicht grundsätzlich ein Freund davon bin, einen Überraschungs-Hit hier nun vordergründig des Geldes wegen fortzusetzen (obwohl ein Sequel ganz zum Schluss bereits angedeutet wird), so hätte ich hier wirklich Bock. Das liegt vor allem an der Figur, die Jake Gyllenhaal hier darstellt. Denn auch wenn es das große Trauma aus seiner Vergangenheit nun nicht unbedingt gebraucht hätte, um diesem Kerl noch etwas Hintergrund zu verleihen, so habe ich mich an seiner Performance kaum sattsehen können. Auch abseits seiner beeindruckenden Physis ist sein Elwood Dalton so sympathisch, lakonisch und dennoch niemals abgehoben oder aufs Posen aus, dass man gerne Zeit mit ihm verbringt.
Und diese Zeit nimmt sich der Film auch. Gerade in der ersten Hälfte sind die Actionszenen noch vergleichsweise rar gesät und Road House verbringt seine Zeit damit, diesen Elwood Dalton erst mal in Kontakt mit den Menschen in seiner neuen Umgebung treten zu lassen, wobei durchaus sympathische Menscheleien geschehen und auch einige starke Nebenfiguren auftreten dürfen. Nicht falsch verstehen, das hier hat im Grunde keinen Tiefgang und die Geschichte, die alsbald um diverse Bösewichte und korrupte Staatsmänner herum geschrieben wird, ist in dieser Form auch ziemlich dünn. Trotzdem macht es Spaß, mit Dalton und der Rest der Gang abzuhängen, weil die Atmosphäre bezüglich eines lebendigen Eilands, welches nicht nur optisch schön eingefangen wurde, sondern aufgrund der Menschen und Orte darauf Charakter hat, durchaus gelungen ist. Neben Jake Gyllenhaal dürfen dabei gleich mehrere hoch-solide Schauspieler*innen auftreten, die durchaus in Erinnerung bleiben, auch wenn ihre Figuren simpel geschrieben bleiben. Mit dem wie ein wahnsinnig gewordener Stier auftretenden Conor McGregor, der als einer der Antagonisten auftritt, hat man aber zudem noch einen absolut unter einer anderen Form von Strom stehenden Charakter, der Gyllenhaal, Magnussen und Co.aufgrund seiner völligen Unvorhersehbarkeit auch die Schau zu stehlen droht.
Das war nun aber jetzt ziemlich viel Geschreibsel über Charaktere, Storys und Schauspieler innerhalb eines Films, der auf diese künstlerischen Werte eigentlich nicht so viel geben müsste... das aber zumindest im Detail immer wieder ein bisschen tut, was ja durchaus sympathisch ist. Doch der Großteil des Publikums wird sich wegen der Action in diesen Film verirren und was die angeht, enttäuscht Barry Seal-Regisseur Doug Liman wahrlich nicht. Denn auch wenn die Kamera hier bisweilen zu oft irre Schwenks vollführt, um die Figuren irgendwie im Rahmen zu halten, so ist jede einzelne Actionszene mit einer irren Wucht inszeniert, dass einem die Luft wegbleibt. Faustschläge sitzen dabei wie Bomben, man spürt jegliche Art der Physis und bleibt angesichts der ebenso glaubwürdigen wie extrem wuchtigen Choreos letztendlich absolut verblüfft zurück. Das ist nicht nur kreativ, sondern hat auch eine unbändige Energie, die sich, sobald sie sich entlädt, im Grunde vor nichts mehr zu verstecken braucht. Nur einige wenige Computereffekte stechen in dieser Fausttirade negativ heraus, denn sobald in kurzen Szenen doch mal ein motorisiertes Vehikel zum Einsatz kommt, sieht man den erbärmlichen Einsatz von CGI aufgrund der völlig irrwitzigen Physik schon mit geschlossenen Augen.

Fazit: Jake Gyllenhaal's lakonisch-ironische Performance macht große Freude, die Actionszenen haben richtig Wumms und die Inselatmosphäre überzeugt durch dünn geschriebene, aber sympathische Nebenfiguren. Da übersieht man gerne, dass die Geschichte an sich äußerst mau ist und vor allem gegen Ende typische Genre-Klischees bedient.

Note: 3+  



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