Direkt zum Hauptbereich

Apollo 13

Seit Menschengedenken war es unser Traum, ins Weltall zu fliegen, unseren Planeten zu verlassen und zu schauen, was noch da ist. Als Neil Armstrong mit seiner Crew in den 60ern mit der Apollo 11 als erster Mensch den Mond betrat, schien nichts mehr unmöglich und seitdem standen noch viele andere Raumfahrer auf dem Himmelskörper. Drei von ihnen waren auf der Raumfahrt der Apollo 13 jedoch mit ziemlich viel Pech gesegnet, denn ihr Flug zum Mond wandelte sich schnell zu einer Katastrophe, welcher Regisseur Ron Howard 1995 ein filmisches Pendant setzte...

APOLLO 13

Jim Lovell (Tom Hanks) saß damals in der Apollo 8 auf dem Weg zum Mond, konnte diesen aber nur umkreisen. Nun eröffnet sich ihm die Chance, wegen eines Krankheitsausfalls der eigentlichen Crew, an Bord der Apollo 13 zu sitzen und zum Mond zu fliegen. Gemeinsam mit seinem Freund Fred Haise (Bill Paxton) und dem kurzfristig dazustoßenden John Swigert (Kevin Bacon) treten sie die Reise an und wollen in Neil Armstrongs Fußstapfen treten... doch wenige Tage nach dem Start von der Erde treten auf einmal Probleme auf und auf einmal scheint es unwahrscheinlich, dass die Apollo 13 es zurück zur Erde, geschweige denn überhaupt zum Mond schaffen wird...

Es gibt wenig, was ich an diesem Film, dem wohl bekanntesten NASA-Film überhaupt und einem mit zwei Oscars ausgezeichneten, modernen Klassiker den Genres, aussetzen kann... außer, dass er mich leider zu wenig gefesselt hat. Handwerklich ist das alles großartig gemacht, die Schauspieler sind fantastisch in ihren Rollen (noch vor den drei im Raumschiff sitzenden müssen hier aber Ed Harris und besonders Gary Sinise erwähnt werden, die bravourös spielen), die Effekte sind zwar sichtlich veraltet, aber haben dennoch ihren Reiz und das Skript, welches detailgetreu auf den realen Ereignissen dieser Mission beruht und sich auch möglichst genau an diese hält, sorgt mit viel Spannung und einer Menge Adrenalin dafür, dass einem sobald nicht langweilig wird. Beeindruckend ist auch die unglaubliche Detailvielfalt, mit welcher hier ans Werk gegangen wird. Ganze Dialoge wurden aus den realen Ereignissen genau übernommen, die Ausstattung ist grandios, man fühlt sich hier stellenweise tatsächlich so, als würde man neben Tom Hanks im Raumschiff sitzen. Die Beengung, die Luft, ja die Schwerkraft sogar, manchmal glaubt man, man würde dies alles fühlen, so gut ist das gemacht. Auffallend ist auch der Soundtrack von James Horner, dies allerdings nicht im positiven Sinne. Denn erstens wird hier nicht zum ersten Mal ersichtlich, dass sich der Mann bei seinen Scores immer wieder (wenn auch gut und passend) selbst kopiert, da der Soundtrack hier fast genauso klingt wie der des zwei Jahre später erschienenen "Titanic", und zweitens werden die netten, aber doch etwas zu pathetischen Tracks immer so laut eingespielt, dass sämtliche kleineren, sentimentalen Momente sogleich vom großen Orchester davongespült werden. Die Musik, welche er zu dem Untergang des Luxusdampfers beisteuerte, war davei wesentlich passender, subtiler und emotional ergreifender als hier. Insgesamt hat mir "Apollo 13" also gut gefallen, aber keinen großen Eindruck bei mir hinterlassen. Das funktioniert alles, dennoch hätte ich mir bei all dem Technikkram, der hier Probleme verursacht und für Spannung sorgt, auch einen tieferen Blick auf die Menschen gewünscht, die zusammen in der Misere hocken. Wir erfahren leider recht wenig über sie und über ihre Beziehungen zueinander und auch der Clinch, in welchem Lovells Frau auf der Erde sitzt, während die Presse sie belagert, wirkt eher wie eine reine Behauptung. Hier wird dann doch mehr auf die Tränendrüse gedrückt und mit einem polternden Score nachgeholfen, berühren tut dies aber kaum. Spannend ist es und technisch auf hohem Niveau, aber leider ohne richtige Tiefe. Action-Kino mit Adrenalin, aber der Kick fehlt.

Note: 3+





Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

Eraser

Arnold Schwarzenegger, wohl neben Sylvester Stallone die Action-Ikone der 80er und 90er Jahre schlechthin, ist endlich zurück. Nachdem er sein Amt als Gouverneur von Kalifornien niedergelegt hat, dürfen wir ihn seit einiger Zeit endlich wieder in genügend rauen, spaßigen Actionfilmen wiedersehen. Auch wenn in der heutigen Zeit ganz klar Statham, Diesel und Co. die Actionhelden sind, macht es aber dennoch Spaß, den "Terminator"-Star wiederzusehen. Und natürlich auch seine vergangenen Filme, von denen ich bislang kaum einen gesehen habe und die ich nun mal nachholen möchte. Angefangen habe ich nun mit "Eraser" aus dem Jahr 1996... ERASER US-Marshall John Kruger (Arnold Schwarzenegger) arbeitet in einer geheimen Vereinigung der USA im Zeugenschutzprogramm. Darin beschützt er die Leben von Kronzeugen, welche vor Gericht Aussagen tätigen sollen und verschafft ihnen eine neue Identität, um sie vor dem Tod zu bewahren. Sein neuester Job ist eine junge Mitarbeiterin bei...

London Boulevard

Es gibt Filme, die lassen sich schlichtweg nicht in ein festes Genre pressen. Das kann ab und an richtig spannend sein, wenn sich ein Film nicht einem Stil hingibt, kann überraschen und fesseln, aber auch außer Kontrolle geraten und so irgendwann ziellos oder gar anstrengend und ungekonnt wirken. "London Boulevard" ist so ein Mischkind, welches über Thriller, Komödie, Drama und Gangster-Krimi alles mögliche abdecken will, dabei aber immer wieder unangenehm ins Trudeln gerät. LONDON BOULEVARD Mitchel (Colin Farrell) saß drei Jahre wegen gewalttätiger Vergehen im Gefängnis. Nach seiner Entlassung will er der kriminellen Szene, in welcher ihn sein ehemaliger Partner und Freund Billy (Ben Chaplin) immer wieder hineinzudrängen versucht, absagen und nimmt anstattdessen einen ehrlichen Job an: Als Personenschutz der berühmten Schauspielerin Charlotte (Keira Knightley) hält er der Frau aufdringliche Papparazzi vom Leib... und schnell kommen sich die beiden näher. Doch die Krimina...

Anna und die Apokalypse

Teenagerin Anna (Ella Hunt) lebt eigentlich ein recht herkömmliches Highschool-Leben mit Verehrern, Hausaufgaben und manch einer jugendlichen Tragödie. Statt sich Schulfesten hinzugeben, ackert sie jedoch lieber für ein Flugticket raus aus den USA, um auf Reisen zu gehen. Diese Pläne werden jedoch plötzlich durchkreuzt, als in Annas Stadt eine Zombie-Apokalypse ausbricht. Erst nehmen sie und Annas und Freunde diese Sache mit Humor, doch als die Ernsthaftigkeit der Situation über sie hereinbricht, greifen sie zu allem, was sich durch einen Zombieschädel bohren lässt, um sich den Weg zur Highschool freizukämpfen. Dort sitzt nämlich Annas Vater Tony (Mark Benton) unter dem Kommando des verrückten Schulleiters Savage (Paul Kaye) fest... Man merkt schon - wirklich ernstnehmen tun die Macher rund um Regisseur John McPhail das immer noch allseits beliebte Zombie-Thema hier nicht und verpacken es daher dann auch, was in dieser Form tatsächlich noch unverbraucht ist, in ein buntes Musical. ...