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Leaving Las Vegas - Liebe bis in den Tod

Heute lässt sich ja kaum noch erahnen, dass Nicolas Cage zu seiner damaligen Blütezeit in den 90er Jahren mal richtig gut war. Heute beziehungsweise noch stärker vor wenigen Jahren drehte er ja wie ein Besessener alles, was ihm in die Hände fiel, hatte dabei die ein oder andere starke und interessante Rolle (wie beispielsweise "Kick-Ass" oder "Lord of War"), aber es war eben auch viel Mist dabei ("Drive Angry", "Ghostrider", "Der letzte Tempelritter", "Frozen Ground", um nur ein paar zu nennen). Aber ja, es gab sogar mal eine Zeit, da hat ein heute eher verpönter Overacting-Schauspieler wie Cage sogar mal einen Oscar gewonnen. Und das durchaus verdient für sein beeindruckendes Spiel in dem Film "Leaving Las Vegas". Leider kann der Film an sich nicht mit den durch die Bang weg phänomenalen Leistungen der Akteure mithalten.

LEAVING LAS VEGAS

Ben Sanderson (Nicolas Cage) ist ein krankhafter Alkoholiker. Er hat bereits seine Frau und seinen Job wegen seiner Sucht verloren, dennoch ist ihm bewusst, dass er nicht mehr wird aufhören können, dass ihm wahrscheinlich nicht mehr viel von seinem Leben bleibt. Daher beschließ Ben, nach Vegas zu gehen, um dort die letzten Monate bis zu seinem vermeintlichen Tod zu verbringen, das letzte Geld zu verprassen und zu versaufen. Dabei trifft er jedoch die Prostituierte Sera (Elisabeth Shue), welche er erst für sexuelle Dienste kauft... doch schließlich entwickelt sich schon ab der ersten Nacht eine merkwürdige, aber dennoch innige Beziehung zwischen den beiden.

"Leaving Las Vegas" erschafft überzeugend, erschütternd und schmerzhaft ein Delirium eines süchtigen, unheilbaren Alkoholikers. Immer wieder noch eine Flasche, ein neuer Rausch, ein neuer Kater. Ben kann nicht mehr aufhören und es gelingt dem Film, den Zuschauer hier ordentlich mitgehen zu lassen und auch Verständnis aufzubringen, zu verstehen, was diese Krankheit mit einem Menschen macht, was sie zerstört und wie das aussieht. Tatsächlich lässt Regisseur Mike Figgis hier keine unangenehme Kleinigkeit aus, zeigt das Spucken, das Kotzen, das Blut und den Sex in allem Realismus... eben so, wie es nötig und dienlich ist. Nicht zu viel, nicht zu wenig, es passt. So entwickelt "Leaving Las Vegas" über seine erste Hälfte einen interessanten Sog, erschafft eine seltsame, aber dennoch irgendwie rührende, wenn auch gänzlich unkonventionelle Beziehung zwischen zwei kaputten Menschen, der ich gerne gefolgt bin. Leider hält der Film dieses Tempo nicht durch, hat in der zweiten Hälfte mit starken Längen zu kämpfen und tritt auf der Stelle. Die Intensität nimmt ab, da man sich irgendwann an Cages Eskapaden gewöhnt, welche die Situation nicht schlimmer, sondern gleichbleibend macht. Es ist im Grunde die ganze Zeit unschön, aber es wird eben weder besser noch schlechter, was mit der Zeit, auch durch die gewöhungsbedürftige Wackelkamera und den "Kann man gut finden, aber passt nicht immer"-Soundtrack, schnell monoton wird, bis man sich gegen Ende für die vorher so brillant eingeführten Charaktere und die gute Geschichte nicht mehr interessieren mag. Nicolas Cage und besonders Elisabeth Shue spielen herausragend und klar auf Oscar-Niveau, können aber gegen Ende auch nicht mehr darüber hinweghelfen, dass sich die Figuren nicht weiterentwickeln und der Film somit in einem intensiven, aber eben stillstehenden Delirium steckenbleibt, was letztendlich mehr anstrengt als mitzieht.

Note: 3

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