Direkt zum Hauptbereich

Toy Story 3

Wahrscheinlich wäre der abschließende Teil der Trilogie nach dem großen Erfolg von "Toy Story 2" schon viel eher gekommen, allerdings kam es zur Mitte der neuen Dekade dann doch zu einigen vertraglichen Schwierigkeiten zwischen Disney und Pixar und kurz sah es so aus, als würden beide einfach getrennte Wege gehen. Doch dann kaufte Disney Pixar einfach vollständig auf und der Weg zu "Toy Story 3" war geebnet. 2010 kam der Film schließlich in die Kinos und bewies ein weiteres Mal, dass auch Fortsetzungen noch immer locker mit dem Original mithalten können...

TOY STORY 3


Andy ist mittlerweile erwachsen und bereitet seinen Umzug aufs College vor. Die Spielsachen fürchten sich vor den neuen Lebensumständen und lassen sich daher in eine Kiste verfrachten, welche an den Kindergarten Sunnyside gespendet werden soll. Dort scheint erst einmal ein Wunder wahrzuwerden: Etliche Kinder, mit denen sie spielen können und ohne die Angst, irgendwann einmal aussortiert oder vergessen zu werden. Mit der Zeit entdecken Woody, Buzz und Co. jedoch, dass der lila Teddybär Lotso, welcher der Anführer der Kindergarten-Spielzeuge ist, etwas anderes im Schilde führt als er eigentlich vorgibt...

Eigentlich stand ein wenig zu befürchten, dass die Thematik ganze elf Jahre nach dem letzten Teil vielleicht nicht mehr ganz so viel hergeben oder dass Disney zu sehr auf Nummer sicher gehen würde. Fortsetzungen standen plötzlich hoch im Kurs und als Fan wunderbarer Originalstoffe wie "Ratatouille" und "Die Monster AG" habe ich zumindest ein wenig daran gezweifelt, dass "Toy Story 3" eine ganz große Nummer werden würde. Aber nein, sie haben erneut bewiesen, dass sie es können und liefern einen ungemein runden, herrlichen Abschluss der Reihe, der es "spielend" mit den beiden Vorgängern aufnehmen kann. 
Erneut haben die Macher solch ein Maß an genialen Details ins Spiel gebracht, dass man sich an den perfekt animierten Bildern kaum sattsehen kann und den Film sicherlich mehrere Male sehen muss, um auch wirklich alles zu entdecken. Während den ersten Szenen im Kindergarten sind im Hintergrund gar so viele einzelne, liebevoll erstellte Spielzeuge zu sehen, dass man die Ideenvielfalt schlichtweg nur bewundern kann. Angereichert mit den gewohnten, herausragenden Actionszenen, die in diesem Anlauf auch eine ganze Ecke düsterer und spannender ausfallen (und jüngeren Zuschauern den ein oder anderen Schrecken einjagen könnten) jagt "Toy Story 3" also ebenfalls wieder mit hohem Tempo durch seine 102 Minuten, kommt immer wieder mit einer neuen Idee um die Ecke und vergisst dabei auch nicht, alte und neue Charaktere ansprechend und passend (weiter) zu entwickeln. 
Der Abschluss der Trilogie hält dabei auch die erwachsensten Themen der ganzen Reihe bereit: Bereits "Toy Story 2" schlug mit der Angst vor der baldigen Ausmistung in diese Kerbe, die nächste Fortsetzung geht diesen Weg nun weiter und führt ihn zu einem rührenden, absolut passenden Schluss. Zuvor haben wir zudem den wohl spannendsten und emotionalsten Showdown eines Animations-Films überhaupt gesehen: Wenn die Spielzeuge im Finale um ihr Leben bangen, zittert sogar ein großer Filmfan noch einmal richtig mit, da Pixar und Disney die Dramatik-Schraube bis zum Äußersten anziehen. Der wegweisende Humor findet sich über weite Strecken dann aber auch in diesem "Toy Story"-Teil, die ganz großen Lachsalven bleiben jedoch aus, läuft der Film doch weitaus emotionaler ab und stellt Fragen zur Zukunft der Spielzeuge an sich. Wo sollen sie hin, wenn ihr Besitzer erwachsen geworden ist und sie für ihn vergessen sind? Hier schlägt der Film tatsächlich seine überraschend-nachdenklichen Töne an, flüchtet sich aber auch immer wieder zu passenden Augenblicken in seine komödiantischen und actiongeladenen Szenen, um auch den Kindern noch genug bieten zu können. 
Das ist dann schon eine ziemliche Achterbahnfahrt, die man dem Zuschauer um die Ohren haut, und die im Grunde jegliche Gefühlspartie anspricht. Das ist dann auch nicht immer leicher Tobak und in Einzelszenen sogar für Pixar-Verhältnisse ziemlich konsequent und düster, aber es ist genau der passende Abschluss, den die Reihe dringend brauchte... ob ein bereits geplanter vierter Teil da noch eine gute Idee ist, darf diesmal tatsächlich bezweifelt werden. Ein Manko stellt für die deutschsprachigen Zuschauer der Austausch manch eines Synchronsprechers dar. Dass man diesmal für Woody und Rex auf die prominenten Stimmen von Bully und Rick Kavanian setzte und die altbekannten Stimmen, die dennoch zur Verfügung gestanden hätten, austauschte, tut dem Ohr nicht ganz so gut. Beide machen zwar einen guten Job, da man sich jedoch bereits an die alten Stimmen gewöhnt hatte, mag diese Änderung nicht funktionieren.
Fazit: "Toy Story 3" stellt einen ebenso rasanten wie emotionalen Abschluss einer wundervollen Trilogie dar. Diesmal werden auch erwachsenere Themen angesprochen, die schließlich, neben dem unverwechselbaren Humor, zu einem runden Ende führen, welches zu Tränen rührt.

Note: 2+




Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

Eraser

Arnold Schwarzenegger, wohl neben Sylvester Stallone die Action-Ikone der 80er und 90er Jahre schlechthin, ist endlich zurück. Nachdem er sein Amt als Gouverneur von Kalifornien niedergelegt hat, dürfen wir ihn seit einiger Zeit endlich wieder in genügend rauen, spaßigen Actionfilmen wiedersehen. Auch wenn in der heutigen Zeit ganz klar Statham, Diesel und Co. die Actionhelden sind, macht es aber dennoch Spaß, den "Terminator"-Star wiederzusehen. Und natürlich auch seine vergangenen Filme, von denen ich bislang kaum einen gesehen habe und die ich nun mal nachholen möchte. Angefangen habe ich nun mit "Eraser" aus dem Jahr 1996... ERASER US-Marshall John Kruger (Arnold Schwarzenegger) arbeitet in einer geheimen Vereinigung der USA im Zeugenschutzprogramm. Darin beschützt er die Leben von Kronzeugen, welche vor Gericht Aussagen tätigen sollen und verschafft ihnen eine neue Identität, um sie vor dem Tod zu bewahren. Sein neuester Job ist eine junge Mitarbeiterin bei...

Der große Crash - Margin Call

Es gehört schon einiges an Talent dazu, einen Film über eine Schar Anzugträger, die in dialoglastiger Manier das eventuelle, schockierende Ende ihrer Firma aufdecken. Wenn man es falsch angeht, könnte der Stoff arg trocken werden, mal ganz davon abgesehen, dass der Otto-Normal-Zuschauer mit den finanziellen Zusammenbrüchen und all den Zahlen nicht unbedingt umgehen kann. Eine Riege großer Stars kann da schon helfen, die Zuschauer anzulocken, so beweist es zumindest der angenehm ruhige Thriller "Margin Call"... DER GROSSE CRASH - MARGIN CALL Kurz vor der Finanzkrise 2007: In der Wertpapierhandelsabteilung einer großen New Yorker Bank werden etliche Mitarbeiter entlassen, unter ihnen ist auch Risikomanager Eric Dale (Stanley Tucci), der zuvor jedoch noch eine schockierende Entdeckung macht. Seine Arbeit hinterlässt er dem übriggebliebenen Mitarbeiter Peter Sullivan (Zachary Quinto), der die Zahlen überprüft... und dadurch entdeckt, dass der ganze Konzern auf wackligen Fü...

Anna und die Apokalypse

Teenagerin Anna (Ella Hunt) lebt eigentlich ein recht herkömmliches Highschool-Leben mit Verehrern, Hausaufgaben und manch einer jugendlichen Tragödie. Statt sich Schulfesten hinzugeben, ackert sie jedoch lieber für ein Flugticket raus aus den USA, um auf Reisen zu gehen. Diese Pläne werden jedoch plötzlich durchkreuzt, als in Annas Stadt eine Zombie-Apokalypse ausbricht. Erst nehmen sie und Annas und Freunde diese Sache mit Humor, doch als die Ernsthaftigkeit der Situation über sie hereinbricht, greifen sie zu allem, was sich durch einen Zombieschädel bohren lässt, um sich den Weg zur Highschool freizukämpfen. Dort sitzt nämlich Annas Vater Tony (Mark Benton) unter dem Kommando des verrückten Schulleiters Savage (Paul Kaye) fest... Man merkt schon - wirklich ernstnehmen tun die Macher rund um Regisseur John McPhail das immer noch allseits beliebte Zombie-Thema hier nicht und verpacken es daher dann auch, was in dieser Form tatsächlich noch unverbraucht ist, in ein buntes Musical. ...