So richtig erfolgreich war "G.I. Joe" im Jahr 2009 nun nicht, obwohl der Film doch überraschend unterhaltsam und mit starker Action daherkam. Die teure Lizenz wollte man dennoch nicht ungenutzt lassen, weswegen 2013 (nach einer mehrmonatigen Verschiebung, um den Film noch in 3D anbieten zu können) der zweite Teil in die Kinos kam... mit fast vollständig ausgetauschter Besetzung und einer neuartigen Geschichte, was so gar nicht zu dem einigermaßen gelungenen Erstling passt und für einige Fragezeichen sorgt.
G.I. JOE - DIE ABRECHNUNG
Getarnt als Präsident der Vereinigten Staaten (Jonathan Pryce) hat sich der bösartige Zoltan (Arnold Vosloo) ins Weiße Haus eingeschlichen und befiehlt sogleich die Attacke auf einen Militärstützpunkt, auf welchem sich die Einheit der G.I. Joes gerade befindet. Mit der Ausnahme von Roadblock (Dwayne Johnson), Lady Jaye (Adrianne Palicki) und dem Draufgänger Flint (D.J. Cotrona) kommen alle Soldaten ums Leben. Die drei Überlebenden sind nun auf sich gestellt und entscheiden sich, Zoltan zu stellen. Dabei kommen ihnen jedoch die befreiten Storm Shadow (Lee Byung-hun) und der Cobra Commander in die Quere, die aus ihren Gefängnissen ausbrechen konnten...
Als Kenner und (zumindest teilweise) Sympathisant des ersten Teils bekommt man ziemlich schnell eine derbe Klatsche vorgefahren: Beinahe die komplette, eigentlich doch recht gut aufgelegte Besetzung des Originals wurde nun ausgetauscht, was auch leider unkommentiert bleibt. Nun könnte man das Ausbleiben von Sienna Miller, Joseph Gordon-Levitt und Co. damit erklären, dass diese mittlerweile an Star-Faktor ordentlich zugelegt haben und sich hierfür nicht mehr hergeben müssen, dass aber auch Mimen wie Marlon Wayans, Dennis Quaid und Adewale Akinnuoye-Agbaje wortlos nicht mehr berücksichtigt werden, ist schade, denn die Fortsetzung wirkt so nicht gerade rund. Sogar der Hauptdarsteller des ersten Teils, Channing Tatum, kommt nur noch für einen kurzen Auftritt zurück und muss den Staffelstab schon bald an die Neuzugänge abgeben. Die machen mit großen Namen wie Dwayne Johnson, Adrianne Palicki und Bruce Willis zwar auch keinen schlechten Job, dennoch fällt es schwer, sich an Charaktere zu haften, die man eben noch gar nicht kennt und die im weiteren Verlauf eben auch keine weitere Tiefe bekommen. Nun gut, aber einen Film wie diesen schaut man sich sicher nicht wegen Tiefen an, sondern weil man es krachen sehen will und der Film kann diese Versprechungen auch einigermaßen halten... enttäuscht aber auch hier auf der Ziellinie. Eine so denkwürdig-spaßige Actionszene wie die Verfolgungsjagd in Paris aus dem Original ist hier nicht dabei, man beschränkt sich auf knallende Gewehre und eine zerstörte Großstadt. Das sieht optisch alles wirklich fix aus, da sich "Die Abrechnung" im Gegensatz zu seinem Vorgänger aber unglaublich ernst nimmt und kaum mal Zeit für einen flotten Spruch übrig hat, ist es mit dem Spaß dann leider doch recht weit her... mal ganz davon abgesehen, dass die Geschichte hier viel geradliniger und dementsprechend auch vorhersehbarer und blasser daherkommt. Wohin genau das alles laufen wird, diese Frage stellt sich gar nicht, da jeder die Antwort eh schon kennt, die einzige Frage ist, wie viel auf dem Weg dorthin kaputt geht... und mit Dwayne Johnson ist dabei natürlich der passende Mann an Bord. Es rummst, es knallt, es explodiert an allen Enden und Ecken, nur leider eine ganze Spur undynamischer und mit viel weniger lustigen Ideen als noch im direkten Vorgänger. Noch dazu hebt sich Teil 2 hier soweit vom ersten Teil ab, dass gewaltige Story-Löcher entstehen. Ehemals tote Charaktere leben nun wieder, ohne weitere Erklärung und es ist auch niemand erstaunt darüber, wiederum andere Figuren werden abgeändert oder kommen eben gar nicht mehr vor. Als Kenner des Vorgängers fragt man sich immer wieder, welche Geschichte man hier verfolgt, ob man nicht genügend aufgepasst hat... dem ist aber nicht so. So wird "Die Abrechnung" allerhöchstens Freunde der gepflegten Action zufriedenstellen, aber auch hier gibt es wahrlich coolere Alternativen. Bruce Willis und Dwayne Johnson ballern sich Seite an Seite durch Feindestruppen, auch das gabs so noch nie... der ganze Rest ist dann aber so dämlich, so dermaßen überzogen ernst und so weit weg vom charmanten Vorgänger, dass es eben eine reinrassige Enttäuschung ist, trotz famoser Optik und starker Spezialeffekte.
Note: 4
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