Fans in aller Welt reagierten bestürzt, als Kultregisseur Quentin Tarantino ankündigte, insgesamt nur zehn Filme in seiner Karriere drehen zu wollen. Dass "The Hateful Eight" nun sein insgesamt achter geworden ist (weswegen voraussichtlich nur noch zwei weitere Werke aus seiner Hand folgen werden), ist ein wenig überraschend, stand die Produktion nach einem Leak des Skripts im Netz und Tarantinos folgender Wut doch auf der Kippe. Nun hat es der Film doch in die Kinos geschafft... und vielleicht wäre es besser gewesen, den Western nach dem kleinen Skriptskandal doch in der Tasche zu lassen, sodass an seiner Stelle Platz für einen besseren Film in Tarantinos Biografie gewesen wäre.
Während eines Schneesturmes kreuzen sich die Wege von neun Menschen an einem kleinen Warenladen in Wyoming. Der Henker John Ruth (Kurt Russell) sucht gemeinsam mit der Verbrecherin Daisy Domergue (Jennifer Jason Leigh) Zuflucht vor dem Sturm. Er will am nächsten Morgen weiter nach Red Rock ziehen, wo Daisy gehängt werden soll, was Ruth eine stattliche Summe einbringen würde. Innerhalb der Kaserne entwickelt sich mit den anderen Gästen jedoch schnell eine feindliche Atmosphäre... Ruth vermutet, dass mindestens einer von ihnen ein Komplize Daisys sei, welcher versucht, sie zu befreien und alle anderen zu töten.
Diesmal hat sich Tarantino ein wenig verzettelt. Mit seinem achten Spielfilm läuft es leider nicht mehr ganz rund, was gerade nach den grandiosen "Inglourious Basterds" und "Django Unchained" wirklich schade ist. Sicherlich ist Tarantinos neuestes Werk kein schlechter Film, bei weitem nicht, es ist aber mit Abstand sein schwächster seit dem Megaflop "Death Proof". Woran liegts? Zum einen an der teils unerträglichen Geschwätzigkeit. Die geschliffenen Dialoge waren ja seit jeher das Salz in der Suppe eines Tarantino-Films, doch hier übertreibt es der Regisseur mit teils ewig langen Streitereien und Gesprächen, welche sich gerne mal im Kreis drehen und zudem in Sachen Finesse und Cleverness weit hinter den älteren Meisterwerken zurückbleiben. Ein richtig herausgestochener Satz bleibt hier diesmal nicht hängen und die ersten anderthalb Stunden gestalten sich von daher auch ziemlich zäh, unspektakulär und in bestem Sinne sehr, sehr ruhig. Erst spät findet Tarantino aufs Gaspedal, doch selbst dann nimmt er den Fuß immer wieder runter und sorgt für seltsame Tempo-Stockungen. Immerhin erreicht der Film gegen Ende auch so etwas wie Spannung, dennoch vermisst man die Intensität und den schwarzhumorigen Charme seiner früheren Werke, an welche er hier nicht anknüpfen kann. Die Charaktere sind zu flach ausgearbeitet, obwohl gerade ihnen sehr, sehr viel Zeit eingeräumt wird und auch die altbekannten, genialen Stilmittel (wie brutale Shoot-Outs oder Running Gags) scheinen sich hier ein wenig totgelaufen zu haben... als würde sich der alte Meister mittlerweile selbst kopieren. Bestes Beispiel dafür ist Tim Roth, der so dermaßen offensichtlich den großen Christoph Waltz in allen Details nachahmt, dass es schon wieder traurig ist... und dabei ist Roth sogar noch eine der schillerndsten Persönlichkeiten, wobei ansonsten gerade Michael Madsen und Bruce Dern erstaunlich weit zurückbleiben. Brillant hingegen agieren Samuel L. Jackson und Kurt Russell, was man wohl auch erwarten durfte, die positivste Überraschung ist Walton Goggins als leicht überforderter Sheriff, während Jennifer Jason Leigh als Frau im Bunde sicherlich sehr gut ist, eine Oscarnominierung diesbezüglich aber auch ein wenig übertrieben ist. Auf der Haben-Seite der "Hateful Eight" steht dafür eine wunderbare Kameraarbeit, einige wirklich starke Momente besonders in der zweiten Hälfte, ein sehr solides Finale, ein guter Soundtrack (wobei man da von Ennio Morricone auch mehr erwarten durfte) und noch immer ein eigensinniger Charme, welcher auch dieses Werk irgendwie wieder zu einem Sog macht, dem man sich kaum entziehen kann. Dieses Mal ist der Sog zwar recht langatmig und handlungstechnisch auch irgendwie ein wenig zu flach geraten, aber es ist dennoch noch immer irgendwie beeindruckend. Fazit: Reichlich zäher und in den Dialogen zu schwächlicher Schlagabtausch in Kammerspielart. Tolle Schauspieler und schöne Bilder können viele Längen und einen zu vorhersehbaren Stil nicht ganz ausgleichen, weswegen Tarantinos neuester Streich tatsächlich eine Enttäuschung darstellt.
Note: 3-
THE HATEFUL EIGHT
Diesmal hat sich Tarantino ein wenig verzettelt. Mit seinem achten Spielfilm läuft es leider nicht mehr ganz rund, was gerade nach den grandiosen "Inglourious Basterds" und "Django Unchained" wirklich schade ist. Sicherlich ist Tarantinos neuestes Werk kein schlechter Film, bei weitem nicht, es ist aber mit Abstand sein schwächster seit dem Megaflop "Death Proof". Woran liegts? Zum einen an der teils unerträglichen Geschwätzigkeit. Die geschliffenen Dialoge waren ja seit jeher das Salz in der Suppe eines Tarantino-Films, doch hier übertreibt es der Regisseur mit teils ewig langen Streitereien und Gesprächen, welche sich gerne mal im Kreis drehen und zudem in Sachen Finesse und Cleverness weit hinter den älteren Meisterwerken zurückbleiben. Ein richtig herausgestochener Satz bleibt hier diesmal nicht hängen und die ersten anderthalb Stunden gestalten sich von daher auch ziemlich zäh, unspektakulär und in bestem Sinne sehr, sehr ruhig. Erst spät findet Tarantino aufs Gaspedal, doch selbst dann nimmt er den Fuß immer wieder runter und sorgt für seltsame Tempo-Stockungen. Immerhin erreicht der Film gegen Ende auch so etwas wie Spannung, dennoch vermisst man die Intensität und den schwarzhumorigen Charme seiner früheren Werke, an welche er hier nicht anknüpfen kann. Die Charaktere sind zu flach ausgearbeitet, obwohl gerade ihnen sehr, sehr viel Zeit eingeräumt wird und auch die altbekannten, genialen Stilmittel (wie brutale Shoot-Outs oder Running Gags) scheinen sich hier ein wenig totgelaufen zu haben... als würde sich der alte Meister mittlerweile selbst kopieren. Bestes Beispiel dafür ist Tim Roth, der so dermaßen offensichtlich den großen Christoph Waltz in allen Details nachahmt, dass es schon wieder traurig ist... und dabei ist Roth sogar noch eine der schillerndsten Persönlichkeiten, wobei ansonsten gerade Michael Madsen und Bruce Dern erstaunlich weit zurückbleiben. Brillant hingegen agieren Samuel L. Jackson und Kurt Russell, was man wohl auch erwarten durfte, die positivste Überraschung ist Walton Goggins als leicht überforderter Sheriff, während Jennifer Jason Leigh als Frau im Bunde sicherlich sehr gut ist, eine Oscarnominierung diesbezüglich aber auch ein wenig übertrieben ist. Auf der Haben-Seite der "Hateful Eight" steht dafür eine wunderbare Kameraarbeit, einige wirklich starke Momente besonders in der zweiten Hälfte, ein sehr solides Finale, ein guter Soundtrack (wobei man da von Ennio Morricone auch mehr erwarten durfte) und noch immer ein eigensinniger Charme, welcher auch dieses Werk irgendwie wieder zu einem Sog macht, dem man sich kaum entziehen kann. Dieses Mal ist der Sog zwar recht langatmig und handlungstechnisch auch irgendwie ein wenig zu flach geraten, aber es ist dennoch noch immer irgendwie beeindruckend. Fazit: Reichlich zäher und in den Dialogen zu schwächlicher Schlagabtausch in Kammerspielart. Tolle Schauspieler und schöne Bilder können viele Längen und einen zu vorhersehbaren Stil nicht ganz ausgleichen, weswegen Tarantinos neuester Streich tatsächlich eine Enttäuschung darstellt.
Note: 3-
Kommentare
Kommentar veröffentlichen