Direkt zum Hauptbereich

Nachts im Museum 2

"Nachts im Museum" war zum Weihnachts-Kinogeschäft 2006 erfolgreich genug, um eine Fortsetzung rasch möglich zu machen... die Studios wären ja blöde, würden sie eine solch rentable Marke nicht fortsetzen. Das ist nicht immer eine gute Idee, was sich auch in dieser Reihe zeigt, denn bereits mit dem ersten Sequel sinkt man qualitativ deutlich ab. Es gibt zwar einige schöne, neue Ideen, der Grundtenor ist dennoch eher negativ, besonders da die Macher im Verlauf der Handlung doch deutlich überdrehen...

NACHTS IM MUSEUM 2


Larry Daley (Ben Stiller) hat seinen Nachtwächter-Job an den Nagel gehängt. Als er dem Museum jedoch eines Tages einen erneuten Besuch abstattet, stellt er fest, dass alle Exponate eingemottet und an ein Bundeslager überstellt werden. Lary reist ihnen nach Washington nach und muss seine Freunde gleich in einer bösen Klemme sehen... die goldene Tafel hat im Lager Kahmunrah (Hank Azaria) zum Leben erweckt, der die Weltherrschaft anstrebt und direkt eine Gruppe aus Bösewichten um sich vereint. Um seine Freunde zu retten, muss sich Larry wohl oder übel mit dem großkotzigen Altägypter anlegen...

Es war nach den sehr schwachen Trailern eigentlich zu befürchten: "Nachts im Museum 2" kann zu keinem Zeitpunkt mit dem kurzweiligen, spaßigen Original mithalten, was mehrere Gründe hat. An die logikfreie Geschichte, die auch zuvor bereits gigantische Plotholes offenbarte, hat man sich bereits gewöhnt, hier wird dann aber auch noch mal mächtig geschossen: Das ergibt alles wenig bis gar keinen Sinn, weswegen man über das Gezeigte keinesfalls näher nachdenken sollte, sonst zerschießt man sich auch noch den letzten Rest Spaß, den man mit dem Film haben könnte. 
Das ist nun für ein Popcorn-Werk nicht so schlimm, wesentlich enttäuschender wird es in anderen Bereichen. So hat die Gag-Quote diesmal doch deutlich nachgelassen: Wo auch im Original nicht jeder Witz saß, aber immerhin einige schöne Slapstick-Knaller dabei waren und auch das Tempo durchgehend hoch blieb, befinden sich hier leider einige Rohrkrepierer zu viel, überladen mit Albernheiten, die einfach nicht zünden möchten. Da bleiben die Lacher fortwährend stecken und über weite Strecken bleiben diese sogar ganz aus... für eine Komödie dieser Sorte sicherlich alles andere als gut. 
Nun gibt es im Gegensatz aber auch einige Szenen, die durchaus funktionieren: Ausgestattet mit einem höheren Budget konnte man sich nun noch mehr verrückte Sachen einfallen lassen und da sind einige originelle Spielereien dabei, die durchaus einen gewissen Mehrwert besitzen. Die Autoren und Regisseur Shawn Levy ruhen sich nicht nur auf altbekannten Figuren und Situationen aus, sondern fügen auch einige Neue hinzu, was für manch einen netten "Aha!"-Moment und auch für einige schöne Witzchen und visuelle Einfälle sorgt... auch wenn die Spezialeffekte für einen Film aus dem Jahr 2009 alles andere als zeitgemäß sind. Das sorgt dann aber immerhin teilweise für einen kurzweiligen Spaß, bei welchem auch Hank Azaria als neuer Bösewicht aushilft, denn der ist mit seinem Sprachfehler und seiner überkandidelten Egomanie tatsächlich recht witzig. 
Das kann man von all den anderen neuen Figuren leider kaum behaupten, denn trotz einer beachtlichen Star-Armada in Haupt-, Neben,- und Cameorollen (u.a. Amy Adams, Jonah Hill, Bill Hader und Jay Baruchel) bleiben diese Neuzugänge redlich blass und können kaum einen echten Mehrwert bieten. Auch die altbekannten Figuren haben größtenteils nicht viel mehr zu tun, gerade der große Robin Williams verbringt die größte Zeit des Films unverdient im Aus und sogar Owen Wilson und Steve Coogan sind nicht mehr annährend so spaßig wie noch im Vorgänger. Immerhin macht Ben Stiller wieder eine solide Figur und hat sichtlich Spaß, erneut mit den lebendigen Exponaten durch ein neues, größeres Museum voller Schnickschnack zu hetzen. Das überträgt sich dann zwar zu selten auf den Zuschauer, aber ganz so schlimm ist es zum Glück auch nicht.
Fazit: Weitestgehend schwache Fortsetzung des Überraschungshits. Die Gags sind schwächer, den neuen Figuren fehlt es an Biss. Immerhin sorgen die Macher zwischendurch mit neuen, trickreichen Ideen für soliden Spaß.

Note: 4+




Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

Eraser

Arnold Schwarzenegger, wohl neben Sylvester Stallone die Action-Ikone der 80er und 90er Jahre schlechthin, ist endlich zurück. Nachdem er sein Amt als Gouverneur von Kalifornien niedergelegt hat, dürfen wir ihn seit einiger Zeit endlich wieder in genügend rauen, spaßigen Actionfilmen wiedersehen. Auch wenn in der heutigen Zeit ganz klar Statham, Diesel und Co. die Actionhelden sind, macht es aber dennoch Spaß, den "Terminator"-Star wiederzusehen. Und natürlich auch seine vergangenen Filme, von denen ich bislang kaum einen gesehen habe und die ich nun mal nachholen möchte. Angefangen habe ich nun mit "Eraser" aus dem Jahr 1996... ERASER US-Marshall John Kruger (Arnold Schwarzenegger) arbeitet in einer geheimen Vereinigung der USA im Zeugenschutzprogramm. Darin beschützt er die Leben von Kronzeugen, welche vor Gericht Aussagen tätigen sollen und verschafft ihnen eine neue Identität, um sie vor dem Tod zu bewahren. Sein neuester Job ist eine junge Mitarbeiterin bei...

Der große Crash - Margin Call

Es gehört schon einiges an Talent dazu, einen Film über eine Schar Anzugträger, die in dialoglastiger Manier das eventuelle, schockierende Ende ihrer Firma aufdecken. Wenn man es falsch angeht, könnte der Stoff arg trocken werden, mal ganz davon abgesehen, dass der Otto-Normal-Zuschauer mit den finanziellen Zusammenbrüchen und all den Zahlen nicht unbedingt umgehen kann. Eine Riege großer Stars kann da schon helfen, die Zuschauer anzulocken, so beweist es zumindest der angenehm ruhige Thriller "Margin Call"... DER GROSSE CRASH - MARGIN CALL Kurz vor der Finanzkrise 2007: In der Wertpapierhandelsabteilung einer großen New Yorker Bank werden etliche Mitarbeiter entlassen, unter ihnen ist auch Risikomanager Eric Dale (Stanley Tucci), der zuvor jedoch noch eine schockierende Entdeckung macht. Seine Arbeit hinterlässt er dem übriggebliebenen Mitarbeiter Peter Sullivan (Zachary Quinto), der die Zahlen überprüft... und dadurch entdeckt, dass der ganze Konzern auf wackligen Fü...

Snowdogs - Acht Helden auf vier Pfoten

Kurzkritik: Disney macht einen Film mit allerlei Hunden in den tragenden Rollen - jedoch nicht im Bereich des Zeichentricks oder der Animation, sondern als Realfilm. Dabei dürfen die Hunde nicht nur allerlei Abenteuer erleben und sogar Menschenleben retten, sondern auch noch ganz knuffig bellen und knurren und winseln. Wer hier nun nicht sofort einen Zuckerschock angesichts von so viel Niedlichkeit bekommt, für den dürfte Snowdogs nichts sein. Die Disney-Produktion aus dem Jahr 2002 ist so dermaßen klinisch keimfrei, dass man fast schon allergisch darauf reagieren möchte. Alles ist hier superschön und nett... sogar der typische Familienkonflikt, der hier angeschoben wird, gereicht der ohnehin völlig substanzlosen Hauptfigur höchstens zu ein paar Unannehmlichkeiten, aber nie zu wirklichen Problemen, die man nun lösen müsste. Das ist im Grunde natürlich die perfekte Ausgangslage für einen Film, der vordergründig ein jüngeres Publikum anzieht, welches eh nur wegen den knuddeligen Vierbein...