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Ashby

Wenn Drehbuch-Autoren auf die Idee kommen, eigentlich unverträgliche Genres zu einem Werk zusammenzumixen, können dabei echte Kultfilme entstehen. Die Filmgeschichte hat uns diesbezüglich schon einige starke Werke wie "Lucky Number Slevin" oder "The Cabin in the Woods" geliefert, die man sich immer wieder gerne ansieht. Dieses Experiment geht aber nicht immer auf, was man sehr schön an dem Beispiel namens "Ashby" sehen kann: An sich ein schöner Film, dem das seltsame Genre-Gehopse aber eher schadet als dass es ihm nützt.

ASHBY


Der siebzehnjährige High-School-Schüler Ed Wallis (Nat Wolff) soll für den Geschichtsunterricht einen Aufsatz verfassen, in welchem er sich mit einem älteren Menschen auseinandersetzen und etwas über seine Lebenserfahrungen zu Papier bringen soll. Dafür wendet er sich an seinen Nachbar Ashby Holt (Mickey Rourke)... und findet bei seiner Arbeit heraus, dass dieser einst für die CIA arbeitete und in seinen Dienstjahren über neunzig Menschen tötete. Ed ist schockiert, dennoch entwickelt sich schon bald zwischen beiden eine seltsame Freundschaft, mit welcher sie sich in ihrem sehr turbulenten und von Schicksalsschlägen geplagten Leben gegenseitig helfen können.

Was klingt wie eine nette Teenie-Komödie mit einem Schuss erwachsener Dramatik macht immer wieder auch einige sehr überraschende Anleihen beim modernen Thriller. "Ashby" wirkt in dieser Verschwurbelung aus Komödie, Romanze, Action und ziemlich heftigem Drama im Grunde durchgehend selbstbewusst und aufmerksam, dabei allerdings auch recht unentschlossen, weswegen sich diese Genres gerade im weiteren Verlauf des Filmes ziemlich böse beißen. 
An und für sich ist jede der Geschichten überzeugend, ebenso schön geschrieben wie gespielt, dennoch fehlt es am letzten Schliff, um diese auch ansprechend zu verbinden. So richtig ernst nehmen kann man es dann leider doch nicht, wenn sich ein siebzehnjähriger Schüler, der innerhalb von kürzester Zeit zum neuen Football-Helden aufsteigt, Probleme beim Ansprechen eines Mädchens hat, während eine Szene später Kugeln sirren und (was noch erstaunlicher ist) Menschen ziemlich blutig und brutal dahingerafft werden. Die Freigabe ab 16 Jahren, die mich nach dem doch sehr braven Trailer erstaunte, ist hier tatsächlich kein Scherz, sondern durchaus gerechtfertigt. 
Dieses Genre-Gehopse führt dann auch dazu, dass sich nicht alle Subplots wirklich entfalten können, weil ihnen nicht genug Aufmerksamkeit gewidmet wird. So löst sich gerade ein Konflikt zwischen Ed und seinem Schwarm Eloise ziemlich rasch in Luft auf und auch Ashbys Geschichte hätte ab und zu ein wenig mehr Tiefgang erfahren können, wenn man sie denn schon so düster gestaltet. Generell gestaltet sich der Film angesichts der doch teils sehr echten Probleme, mit denen er sich beschäftigt, ziemlich naiv und löst herbe Konflikte sehr nebensächlich, was doch ein ziemlich seltsames Bild erschafft. Zwar gelingt es dem Werk, letztendlich doch Mut zu zeigen und für manche Figuren ein interessantes Ende zu finden, so richtig mögen will man diesen Zuckerguss dann aber doch nicht, macht er es dem Film und seinen ansonsten eigentlich schön mehrdimensionalen Figuren doch ab und zu zu einfach. 
Auch über die Besetzung kann man sich streiten. Dies gilt nicht für einen passend besetzten Mickey Rourke oder einen gewohnt soliden Nat Wolff, der die Rolle des Außenseiters und gleichzeitig sympathischen Losers mittlerweile im Schlaf beherrschen dürfte und damit auch hier wieder sehr gut fährt, sondern ausgerechnet für Emma Roberts. Dass sie Talent hat, hat sie bereits mehrfach in tollen Filmen wie "Nerve" oder "Scream 4" bewiesen, hier wirkt sie jedoch als graue Maus der Highschool, die sich ab und an einen Kittel überwirft, um Gehirntopographie zu betreiben, ziemlich fehlbesetzt. Fürs Protokoll: Es reicht nicht, einer solch attraktiven Frau langweilige Klamotten und eine dicke Brille zu geben, hübsch bleibt sie noch immer. Und es ist zu bezweifeln, dass die Macher das für diese Rolle angedacht hatten. Neben ihr wirkt sogar Sarah Silverman als überforderte Single-Mutter noch überzeugender.
Fazit: "Ashby" hat tolle Ansätze, verschludert sich jedoch zunehmends im Genre-Wirrwarr aus Komödie, Drama und Thriller. Trotz einer guten Hauptbesetzung und sehr sympathischen Einzelszenen wird der Film seiner tiefen Geschichte durch die vielen Stilbrüche nicht immer gerecht.

Note: 3-






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