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21 & Over

"Project X" hatte im Jahr 2012 einen unglaublichen Lauf. Der Film kam aus dem Nichts und löste einen so gewaltigen Hype auf, dass es nicht nur zahlreiche Nachahmer-Partys gab (die stellenweise so eskalierten, dass solche besser niemals wiederholt werden sollten), sondern mittlerweile auch ein Sequel auf dem weg ist. Partyfilme waren plötzlich wieder richtig in und es dauerte nicht lange, bis sich auch der ein oder andere Klon im Kino oder auch bloß im DVD-Regal wiederfand. Einer davon ist "21 & Over" mit Miles Teller...

21 & OVER


Die beiden Freunde Casey (Skylar Astin) und Miller (Miles Teller) gehen seit einiger Zeit getrennte Wege... doch zum einundzwanzigsten Geburtstag ihres gemeinsamen Freundes Jeff Chang (Justin Chon) treffen sie wieder zusammen, um das Geburtstagskind auf eine epische Sauftor mitzunehmen. Gegen den Willen von Jeffs Vater (Francois Chau) schleppen sie ihn mit, obwohl dieser am nächsten Morgen ein wichtiges Bewerbungsgespräch hat, was über seine Zukunft entscheiden könnte. Aus den geplanten, wenigen Bieren wird jedoch bald eine chaotische Nacht, bei der alles drunter und drüber geht...

Ein Jahr nachdem Kritiker angeekelt gejault und Fans (darunter ich) erheitert gejubelt hatten, also ein Jahr, nachdem "Project X" einen so gewaltigen Lauf hingelegt hatte, kam "21 & Over" in die Kinos. Dass dieser auf dem Fahrwasser des großen Vorbilds mitschwimmen möchte, ist schnell ersichtlich. Natürlich gab es auch schon vor "Project X" die Trio-Konstellationen in Filmen und auch bereits vorher gerieten Partys außer Kontrolle... aber hier sind die Ähnlichkeiten dann schon frappierend. Das Trio, bestehend aus einem partysüchtigen Sextier, einem zugeknöpften Weichei und einem sympathischen Looser könnte ebenso gut direkt Thomas, Costa und JB heißen und natürlich steht auch hier wilde Nacht im Vordergrund, die von Stunde zu Stunde immer ausufernder und krasser wird, wobei Alkohol, Frauen und einige unschöne Zwischenfälle dazugehören. Die einzigen Unterschiede sind, dass es sich bei "21 & Over" nicht um einen Found-Footage-Film handelt und dass es sich hier nicht um eine einzige Party dreht. Casey, Miller und Jeff sind auf so einigen Feten unterwegs und hangeln sich von einer Party zur nächsten, mit dem Ziel, eigentlich nur den schnell ziemlich ausgeknipsten Jeff pünktlich nach Hause zu schaffen. Das ist natürlich so schnell nicht möglich und die eingestreuten Hindernisse sind, auch wenn sie noch so an den Haaren herbeigezogen und übertrieben sind, ziemlich amüsant. Dennoch geht dem Film eines ab: Charme. Auch wenn ein paar der Dialoge durchaus treffsicher sind, die Charaktere schließt man kaum ins Herz, da sie viel zu sehr Klischee-Abziehbilder sind und sie zudem Dinge tun, die ein normaler (oder auch alkoholisierter) Mensch in einer solchen Situation kaum tun würde. Nach Logik oder Tiefgang sollte man ebenfalls nicht fragen, dafür sind die Konflikte viel zu standardisiert und einfach gehalten. Besonders ärgerlich ist dies im Subplot um die hübsche, von Sarah Wright mit null Ausstrahlung verkörperte Nicole, die immer genau da auftaucht, wo sich auch die Clique gerade herumtreibt... was am Ende aus diesem eh schon nichtssagenden Plot gemacht wird, ist so vorhersehbar, dass es einfach nur schmerzt. So ermüdet der Film schon bald und kann auch das Tempo trotz immer neuen Partys und immer neuen Saufgelagen, die sich jedoch schon bald ähneln, nicht halten, da der Plot viel zu sinnfrei und klischeebehaftet ist. Spaß hat man zeitweise dennoch, da der Gag-Level gar nicht mal so niedrig ist, Miles Teller komödiantisch ein ziemlicher Volltreffer ist und auch der Soundtrack wirklich gut ausgewählt ist. Atmosphärisch und in Sachen Originalität hat "Project X" jedoch weit die Nase vorn.

Note: 4+


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