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King Arthur - Director's Cut

Seit "Gladiator" im Jahr 2000 für einen grandiosen Überraschungserfolg sorgte und auch die "Herr der Ringe"-Trilogie in den Jahren danach mit ihrem mittelalterlichen Fantasy-Epos für klingelnde Kassen und begeisterte Zuschauer sorgten, war der Sandalenfilm wieder voll in Mode gekommen. Gerade in den Jahren 2004 und 2005 ereilten uns mit Filmen wie "Troja", "Alexander" oder "Königreich der Himmel" etliche Werke des Genres, von denen lang nicht alle überzeugen konnten. Und natürlich sprang auch Superproduzent Jerry Bruckheimer auf diesen Zug mit auf... denn wenn schon eine Neuverfilmung der Legende rund um König Artus und seine Ritter, dann doch wohl genau zu dieser Zeit, oder?

KING ARTHUR


452 nach Christus: Seit fünfzehn Jahren stehen Arthur (Clive Owen) und seine sechs Ritter im Dienste des Römischen Reiches, nun sollen sie endlich in ihre Freiheit entlassen werden. Doch ein letzter Auftrag wartet noch auf sie: Sie sollen das Patenkind des Papstes, Alecto (Lorenzo De Angelis), durch die Wildnis nach Rom geleiten. Auf dem Weg warten bereits die gefürchteten und mordlustigen Sachsen unter der Führung von Cerdic (Stellan Skarsgard), welche Rom einnehmen wollen. Bei der Erfüllung der Aufgabe beginnt Arthur jedoch an seinen Auftraggebern zu zweifeln und vermutet, dass er vielleicht nicht das richtige tut...

"King Arthur" sah ich damals mit zwölf Jahren im Kino und war alles andere als begeistert, ähnlich verhielt es sich, als ich das Werk von Antoine Fuqua Jahre später noch einmal im Fernsehen sah. Nun habe ich mir den Film zum dritten Mal angesehen, nun aber zum ersten Mal im Director's Cut, der wesentlich blutigere und realistischere Schlachtengemälde und insgesamt 14 Minuten mehr an Laufzeit vorzuweisen hat. Und die Überraschung war groß, denn diesmal hat mir "King Arthur" tatsächlich sehr gut gefallen! 
Natürlich sollte man diesen Film, auch wenn Bruckheimer und Fuqua sich mit historischer Genauigkeit bürgen wollten, keinesfalls als Geschichtskino ansehen, denn die Legende von König Artus ist eben genau das, eine Legende, und auch ansonsten nimmt man es mit den hitsorischen Details nicht so genau. Ist man allerdings in der Lage, darüber hinwegzusehen und den Film einfach nur als stark inszeniertes Popcorn-Kino zu betrachten, dürfte man 140 Minuten seine Freude haben, denn Fuqua lässt hier sehr wenig anbrennen. Inszenatorisch scheint sich der Mann, der ansonsten ja weitestgehend durch seine Thriller a la "Training Day" oder "The Equalizer" bekannt wurde, auch im Mittelalter sehr wohl zu fühlen und zeigt ein gutes Gefühl für wuchtige Bilder, detailreiche Ausstattung und sympathische Figuren. 
Das hat nicht immer sonderlich viel Tiefe, aber immerhin ist die Geschichte spannend genug erzählt, dass trotz der längeren Laufzeit keine Längen auftreten und wir den Figuren gerne durch die Story folgen, auch wenn sie wenige Überraschungen bereithält. Die Actionszenen sind dabei sehr gut inszeniert, der Höhepunkt dürfte dabei, neben der intensiven Finalschlacht, eine Auseinandersetzung auf einem gefrorenen See sein, während welcher Fuqua sein Handwerk für langsam aufbauende Spannung hervorragend einsetzen kann, stets untermalt von einem mal wieder fantastischen Soundtrack von Hans Zimmer, den man sich auch solo sehr gerne anhören möchte. 
Schauspielerisch ist "King Arthur" ebenfalls gelungen, auch wenn kaum jemand mit exzellentem Schauspiel beeindrucken kann, da die Figuren dafür doch zu eindimensional angelegt sind... was aufgrund ihrer Masse aber kaum stört, dafür aber die Sympathien gut verteilt und auch den Überblick erleichtert. Clive Owen bleibt in der Titelrolle aber tatsächlich ein wenig blass, am meisten herausstechen tut tatsächlich Ray Winstone, der als bärbeißiger, grummeliger Bors zum wiederholten Male zeigt, wieso er einer der besten Nebendarsteller der Jetzt-Zeit ist und der auch für einige Lacher sorgt. Auch Keira Knightley, die ein jahr zuvor mit "Fluch der Karibik" ihren absoluten Durchbruch in Hollywood erlebt hatte, weiß mit starker Präsenz zu überzeugen, auch wenn ihre Guinevere charakterlich ansonsten etwas unterentwickelt bleibt, gerade ihre Liebesgeschichte kaum Funken sprühen kann. Das kümmert aber tatsächlich wenig, denn "King Arthur" ist eben ein Actionfilm und als ein solcher wirklich hervorragend inszeniert.
Fazit: "King Arthur" ist kein Geschichtsfilm, es ist pure Unterhaltung und als solche funktioniert der Film mehr als ordentlich: Tolle Action, wunderschöne Bilder und eine spannende, geradlinige Geschichte. In dem Genre gab es zu dieser Zeit wesentlich heftigere Ausfälle als diesen doch sehr unterhaltsamen Streifen.

Note: 2-




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