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Arielle, die Meerjungfrau

Viele sagen, dass "Arielle" die Disney-Studios in die "Goldenen 90er" führte, in welchen die großen Klassiker "Die Schöne und das Biest", "Aladdin" und "Der König der Löwen" grandiose Kinoerfolge feierten. Und sicherlich war "Arielle" 1989 daran nicht ganz unschuldig, denn einige Wagnisse erwiesen sich als goldrichtig und sorgten für einen wahren Geldregen, den die Produzenten so auch nicht ganz erwartet hatten, so zum Beispiel der Weg zurück zum klassischen Musical, welcher uns einige der schönsten Disney-Songs aller Zeiten beschert hat...

ARIELLE, DIE MEERJUNGFRAU


Meerjungfrau Arielle lebt gemeinsam mit ihrem Vater Triton, dem Herrscher der Meere, und ihrem kleinen Fischfreund Fabius unter dem Meer, ist dabei aber sehr unglücklich. Gerne wäre sie an Land und würde unter richtigen Menschen leben, doch Triton verbietet streng jeglichen Kontakt. Als sie eines Tages den jungen Prinzen Eric während eines Sturmes rettet und sich in ihn verliebt, weiß sie sich nicht zu helfen. Als Triton sie zurechtweist, sucht Arielle stattdessen die Hilfe der Seehexe Ursula auf, die jedoch gefährliche Pläne schmiedet...

"Arielle" gehört ebenfalls zu den zeitlosen Klassikern der Disney-Schmiede, die auch heute noch kaum etwas von ihrem Reiz verloren haben. Die altbekannte Geschichte von der einsamen Meerjungfrau, die sich in einen Menschen an Land verliebt, zieht auch heute noch und weiß zu unterhalten und zu bewegen. Natürlich hat Disney einige heftige Änderungen angezettelt, um die Story ein wenig kinderfreundlicher zu gestalten, denn in dem wahren Märchen von Hans Christian Andersen geht es ja ziemlich zur Sache. Das tut es in der Version des Mausstudios zwar auch und das auch nicht zu knapp, dennoch darf dazwischen auch viel gelacht werden. Die meisten Witzchen gehen dabei auf das Konto der Krabbe Sebastian, herrlich gesprochen von Ron Williams, dem ehemaligen Synchronsprecher des leider bereits verstorbenen Robin Williams. 
Ebenfalls unterhaltsam und dabei auch oftmals legendär spaßig sind die unvergesslichen Musical-Songs, die in Zusammenarbeit mit Alan Menken (der danach eine furiose Karriere als Komponist bei Disney startete und zahlreiche Preise abräumte) entstanden sind und die zu den bekanntesten der Zeichentrick-Ära gehören. Für Sebastians Partysong "Unten im Meer" gab es damals 1990 sogar den Oscar, ebenso den für Menken für den Soundtrack, was absolut verdient ist, denn auch die instrumentalen Stücke sind dermaßen kraftvoll und berührend, dass man sie immer und immer wieder hören kann. 
Abseits der sehr kitschigen, aber auch traumhaft schön erzählten Liebesgeschichte zwischen Arielle und Eric und den humorvollen Einschüben wird es in "Arielle, die Meerjungfrau" aber zeitweise auch ziemlich düster und Eltern sollten sich genau überlegen, wann sie diesen Film ihren Kleinen zeigen wollen, auch wenn Cover und Beschreibung noch so kinderfreundlich ausschauen. Denn besonders wenn die böse Meerhexe Ursula auf der Bildfläche erscheint, kann es auch schon mal sehr intensiv werden, ich spürte sogar mehrfach schaurige Gänsehaut, wenn sie ihren grandiosen Song "Arme Seelen in Not" anschlägt oder pünktlich zum Finale mit grausamen Lachen einen gigantischen Strudel entstehen lässt. Da schlagen nicht nur Kinderherzen schneller, wobei auch hier "Arielle" in der Tradition Disneys steht, nicht durchgehend bunt, sondern auch mal überraschend düster zu sein.
 Darüber hinaus erzählt der Film aber natürlich dennoch eine sehr herzliche Geschichte, die alle Altersklassen anspricht und mit viel Spannung, Witz und einer großen Portion Romantik überzeugt. Einzig die Zeichnungen wirken nicht ganz so detailliert und beeindruckend wie im nur ein Jahr später erschienenen "Die Schöne und das Biest", was an Budget-Kürzungen liegen mag. 
Fazit: Toller Disney-Klassiker mit ergreifend schönen Musikeinlagen und einer ebenso spannenden wie romantischen Geschichte, die mit viel Witz erzählt wird. 

Note: 2


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