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Unheimliche Begegnung der dritten Art

Wenn es einen Regisseur gibt, dem man das Wort "Filmmagie" anhängen kann, dann dürfte das wohl ohne Zweifel Steven Spielberg sein. Seine Werke sind wahrlich magisch... wenn auch allesamt in gänzlich anderer Form. Mit "E.T." schuf er einen nahezu perfekten Sci-Fi-Fantasy-Film, mit "Der weiße Hai" lehrte er uns das Fürchten, hievte das Abenteuerkino mit "Jurassic Park" und "Indiana Jones" auf ein neues Level und gab uns eine schwer verdauliche Geschichtsstunde mit "Schindlers Liste". Dieser Mann kann einfach alles und gerade weil seine neueren Streifen größtenteils nicht mehr den alten Sog entfachen können, wird es Zeit für einen Blick zurück, ins Jahr 1977, als dieser Mann ein großes Publikum in Erstaunen versetzte.

UNHEIMLICHE BEGEGNUNG DER DRITTEN ART

Als in den USA plötzlich mehrfach Sichtungen von Ufos bekannt werden, welche hell erleuchtet über Kleinstädten umherfliegen und wie aus dem Nichts wieder verschwinden, ist der Aufruhr groß. Die Regierung setzt alles daran, mit den Flugobjekten in irgendeiner Form Kontakt aufzunehmen. Währenddessen beginnen sich bei den menschlichen Bewohnern, welche Zeugen des Auftauchens der Raumschiffe wurden, charakterliche Veränderungen zu zeigen. Unter ihnen ist auch der Elektroniker Neary (Richard Dreyfuss), welcher sich durch sein seltsam-verrücktes Verhalten schon bald mit seiner Ehefrau Ronnie (Teri Garr) verkracht...

Steven Spielberg war einer, wenn nicht sogar der Mitbegründer des Popcorn-Kinos. Er definierte durch seinen Horror-Schocker "Der weiße Hai" den Blockbuster und sorgt auch heute noch für klingelnde Kinokassen. Dabei steht oftmals das Spektakel vor einer tiefergehenden Handlung, was jedoch halb so wild, wenn zwei Stunden Spaß, Spannung und Action auf dem Plan stehen. In "Unheimliche Begegnung der dritten Art" wird das noch mal richtig deutlich, was sich aber teilweise sehr negativ auf den Film auswirkt. Beinahe schwärmerisch anmutende, minutenlange Aufnahmen von schwebenden Ufos zeigen die (damalige) Kraft der bahnbrechenden Spezialeffekte aus allen Winkeln und versetzen auch heute noch in Staunen, was zeigt, wie gut der bereits fast vierzigjährige Film gealtert ist. In Sachen Charakterzeichnung schlampt das Werk allerdings ab und an gewaltig und ist besonders während der ersten Stunde kaum fähig, eine zusammenhaltende, fesselnde Geschichte zu erzählen. Stattdessen bedient er sich lieber an ausgiebigen Schauwerten, was den Film optisch zu einem Genuss macht, jedoch eine sehr dünne, erzählerisch maue Geschichte nach sich zieht, die kaum aus dem Quark kommt und dementsprechend langatmig und unspektakulär ausfällt. Zudem funktioniert Hauptcharakter Neary kaum als Identifikationsfigur, da der Zuschauer mit seinen bald schon einem Wahnsinn nahekommenden Ausbrüchen ebenso verwirrt ist wie seine schockierte Familie und ihm somit nur widerwillig oder eben gar nicht folgen mag. Unterhaltsam ist das Ganze, stellenweise wird es auch angenehm schaurig und sogar richtig schön, wie das (etwas zu lange) Finale beweist. Dies schafft "Unheimliche Begegnung der dritten Art" jedoch (fast) nur durch seine Optik und seine Atmosphäre, weniger durch eine gute Geschichte oder authentische Charaktere und bleibt somit einer von Steven Spielbergs schwächsten Filmen.

Note: 3-

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