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Don't Knock Twice

In den letzten Tagen und Wochen habe ich mich weniger mit Filmen als viel mehr mit Serien und auch Videospielen beschäftigt. Natürlich war ich auch noch im Kino, doch zuhause war ich mit Bingewatching mehr als bedient: Sieben Staffeln "Game of Thrones", zwei Seasons "Tote Mädchen lügen nicht" und das neue Videospiel von QuanticDream, "Detroit: Become Human" standen auf dem Plan. Der erste Film, den ich mir nach diesen Marathons wieder auf Amazon Prime ansah, war nun ausgerechnet ein Horrorfilm... und dann auch noch ein so unaussprechlich schlechter, dass ich die gesehenen anderthalb Stunden kaum in Worte fassen kann.

DON'T KNOCK TWICE


Neun Jahre hat die junge Chloe (Lucy Boynton) ihre leibliche Mutter Jess (Katee Sackhoff) nicht gesehen und nun möchte diese sie doch wieder in ihr Heim aufnehmen. Chloe schaltet auf stur und verbringt einen freien Abend mit ihrem Kumpel Danny (Jordan Bolger). Aus Übermut und reiner Neugier klopfen sie dabei an das Haus einer Hexe, die früher dafür berüchtigt war, die Menschen zu verfolgen, die zweimal an ihre Tür hämmern. Und natürlich - nur wenige Stunden später sieht Chloe seltsame Dinge. Sie sucht Schutz bei ihrer Mutter, doch auch dort scheint der Spuk weiterzugehen, bis die Gefahr tödlich wird...

Der Film erschien in Deutschland im Jahr 2017 nur auf DVD und Blu-Ray... und selbst das erscheint für ein solches Machwerk noch zu viel. Gut, man sollte solcherlei Phrasen in Zeiten von üblen Trash-Rohrkrepierern wie den "Sharknado"-Filmen oder den Mockbustern von Asylum vielleicht nicht zu vorschnell in den Mund nehmen, doch im direkten Vergleich können diese Filme immerhin durch ihre Selbstironie Spaß machen und seien sie dabei auch noch so schlecht. "Don't Knock Twice" kann das nicht, denn der nimmt sich und das, was hier in irgendeiner Form als Handlung herhalten muss, bitterernst. 
Der Film wäre selbst als so gemeinte Parodie seiner selbst nicht zu retten gewesen, dass die Macher hier aber offensichtlich dachten, einen echten Schocker abzuliefern, der die Zuschauer mitreißt, verängstigt oder auf irgendeine andere Art und Weise bewegt, ist das wahre Armutszeugnis eines der grottigsten Werke, welches ich je gesehen habe. Meine Erwartungen waren zuvor bereits im absoluten Minusbereich, ich dachte aber, dass sich zumindest der ein oder andere Gänsehaut-Moment einstellen würde - über anderthalb Stunden trat dies nicht ein. Ganz im Gegenteil, in den Momenten, in denen der Film versucht, irgendwie auch nur ansatzweise ein Schauergefühl auszulösen, wirkt diese Aneinanderreihung aus geklauten Plotelementen und schon hundertfach durchgekauten Horror-Klischees nur noch billig. 
Mir war klar, dass "Don't Knock Twice" enorm günstig produziert wurde, dennoch darf man doch eine gewisse Grundqualität erwarten, die über ein vielleicht ansatzweise durchgedachtes Skript, fähige Schauspieler und eine Kamera, die auch mal scharfe Bilder schießt, verfügt. Nichts davon ist hier zu finden: Die Bildqualität ist grausig und wirkt wie aus einem schlechten Homevideo, die visuellen Effekte laden zum gepflegten Lachen ein, der Plot ist ein schlechter Witz, der sich gegen Ende auch noch in wirren Wendungen verliert. 
Und was die Schauspieler angetrieben hat, ist kaum zu verstehen. Ob es sich bei Luxy Boynton, Katee Sackhoff und "Harry Potter"-Star Nick Moran einfach nur um unglaublich miese Mimen handelt oder ob Regisseur Caradog W. James seine Schauspieler zu keinem Augenblick führen konnte, lässt sich schwer vorstellen - naheliegend ist, dass es sich einfach um beide Probleme geschnürt zu einem miesen Paket handelt. Nur so lässt sich vielleicht erklären, mit welch steifen Mienen die Schauspieler erschrocken in die Kamera glotzen und in mies geschnittenen Schauerszenen nicht ansatzweise die Ängste und Gefühle ihrer Figuren greifbar machen können. Niemand sollte hier auch nur ansatzweise eine Sternstunde des Horrorfilms erwarten, das war ohnehin klar - die niedrigen Erwartungen wurden aber dennoch untertroffen. Das hier gehört zum schlechtesten, was ich in vielen Jahren als Filmfreak gesehen habe. Bitte weg damit.

Fazit: Unfassbar mieser Horrorschinken, vollgestopft mit Klischees, untalentierten Darstellern und einem zum Haare raufenden, wirren Plot. Hier stimmt, über die schlechten Effekte, die miese Kamera und die langweilige, unfreiwillig komische Handlung, einfach gar nichts. Ein Tiefpunkt des Genres.

Note: 6-




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