Die kriminelle Organisation "Phantom" treibt noch immer ihr Unwesen auf der Welt und will für einen neuen Plan einen hohen Geldbetrag von den Vereinten Nationen erpressen. Dafür lotsen sie den Söldner Angelo Palazzi (Paul Stassino) an Bord eines Kampfjets, lassen diesen wassern und entwenden daraufhin zwei Atombomben. James Bond (Sean Connery) befindet sich zufälligerweise im selben Hotel wie die Bösewichte und wird recht schnell mit den Handlangern konfrontiert. Als der Plan der Phantome zu gelingen scheint, wird deswegen auch er nach Nassau entsendet, wo er Domino Derval (Claudine Auger), die Nichte des Drahtziehers Emilio Largo (Adolfo Celi), überwachen soll. Um die Fieslinge auszuschalten, bleiben Bond und seinem Team jedoch nur noch wenige Tage, da diese dann bei Nichterhalt des verlangten Geldes die gestohlenen Waffen einsetzen wollen...
Man könnte es nach drei Bond-Filmen schon beinahe einen Traditionsbruch nennen: "Feuerball" schickt seinen charmanten Geheimagenten hier nicht einfach nur auf eine neue Mission, die ihm von seinem Chef "M" vorgelegt wird, sondern braucht bis zu dieser erwartenden Szene rund eine Dreiviertelstunde. Diese wird dazu genutzt, um den doch recht aufwendigen und in dieser Form spektakulär umgesetzten Plan der Bösewichte aufzuzeigen und auch Bond selbst, der diesmal schon vor Beginn der eigentlichen Mission mit eben diesen konfrontiert wird, in Stellung zu bringen. Das klingt jetzt recht langatmig (und "Feuerball" ist mit seinen 130 Minuten auch der bis hierhin längste Bond-Streifen) und man kann rückblickend auch bestätigen, dass viel von dem, was hier rund um Bond passiert, bevor er nach Nassau aufbricht, eher wie Stückwerk scheint. Doch da das Tempo hochbleibt, der Humor funktioniert und einige Actionszenen für Freude sorgen, ist es gar nicht so wild, dass es rein handlungstechnisch eher fade bleibt... zumindest wenn man irgendwann begreift, dass dieser überlange Prolog nur recht wenig an dem kratzt, was danach noch so passiert.
Hat er seine Mission dann aber erstmal angenommen, halten die üblichen Muster der Filmreihe Einzug oder werden noch einmal verstärkt. Wir sehen hier im Grunde nichts Neues unter der Sonne, was "Feuerball" zu keinem großen Wagnis macht, dafür aber erneut spektakuläre Unterhaltung sichert. Alles, wonach Bond-Fans in den 60ern dürsteten, ist hier selbstverständlich mit drin: Action, britischer Charme, Wortwitz, wunderschöne Drehorte, schöne Frauen und ein Bond, der diese wie immer um den Finger dreht. Das ist wie gehabt aus heutiger Sicht befremdlich (vor allem da es diesmal rund vier Damen sind, die Bonds "Charme" innerhalb von Minuten verfallen), aber das muss man eben auch so schlucken. Die Performance von Sean Connery bleibt ungerührt gut, ohne dass man seine Figur dabei in irgendeiner Form weiterentwickeln würde. Das wird aber natürlich auch nicht verlangt, weswegen auch dieser Film kaum eine gewisse Handlung im Gesamten voranbringt als weiterhin ein episodisches Format bietet. Und das ist auch okay so, solange es so flott passiert wie hier und höchstens nebenbei ein paar kleine Brotkrumen eingeworfen werden, die so etwas wie einen übergeordneten Plot über alle Filme hinweg erahnen lassen.
Dass diesmal auch wesentlich mehr Geld im Spiel war, sieht man ebenfalls: Die Schauplätze sind noch exotischer (nach der eher tristen Schweiz verschlägt es uns diesmal auf die prachtvollen Bahamas) und der Showdown ist der bislang größte aller Filme. Allerdings ist er auch einer der schwächsten, da der Unterwasser-Kampf zwischen zahlreichen Doppelnull-Agenten und fiesen Terroristen nur auf dem Spektakelwert funktioniert und nicht mit dem Herzen. Auf dem Papier balgen sich dort eben fast nur namenlose Redshirts, weswegen ein Mitfiebern wegfällt... denn unserem Bond kann hier ja im Grunde gar nichts passieren. Er ist auch hier wieder (was einen kleinen Rückschritt gegenüber dem Vorgänger "Goldfinger" bedeutet) ein ziemlich unkaputtbarer Held, was aber auch zu den irrwitzigen Plänen der Bösewichter passt. Insgesamt ist "Feuerball" vielleicht noch etwas flotter, aber definitiv nicht intensiver, eher komischer als "Goldfinger". Beide Filme haben dementsprechend ihre unterschiedlichen Qualitäten, weswegen der Vorgänger am Ende die Nase leicht vorne hat. Ansonsten macht aber auch diese Bond-Mission wieder sehr viel Spaß.
Fazit: Etwas geradliniger, wenn auch manchmal ein wenig umständlich erzählt. Eine erwartbare Bond-Mission mit viel Witz, einigen spannenden Momenten und spektakulärer, wenn auch etwas zu kühl inszenierter Action. Eine starke Bond-Mission nach altbekanntem Muster.
Note: 2-
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