Noch immer sind der mandalorianische Kopfgeldjäger Din Djarin (Pedro Pascal) und sein kleiner, grüner Gefährte von unbekannter Herkunft miteinander unterwegs. Nachdem klar ist, dass dunkle Mächte nach Djarin's neuem Freund trachten, möchte er ihn zu seinesgleichen bringen, wo er ihn in Sicherheit glaubt. Schwierig nur, dass es keinerlei Verbleib von dessen Rasse gibt und sich der Weg dahin deswegen als schwierig entpuppt. Auf ihrer Suche nach neuen Hinweisen trifft das ungleiche Duo neue Freunde, denen sie aus der Patsche helfen müssen, aber auch neue Bedrohungen und Feinde. Ihre Suche verschlägt sie in trockene Wüsten, zu den habgierigen Sandleuten und auch in Eishöhlen, wo Djarin gar eine ganze Spezies retten muss, indem er ihre letzten Eier hütet...
Der Schein kann manchmal wahrlich trügen. Während der ersten zwei Episoden der zweiten Staffel von The Mandalorian war ich nicht unbedingt genervt, aber doch ein wenig enttäuscht, dass sich die Dynamik der Geschichte schon wieder dahingehend äußerte, dass sie einer typischen Abenteuer-der-Woche-Struktur zu folgen schien. Also eine Struktur, die ich eigentlich eher den weitestgehend an jüngere Zuschauer gerichteten Animationsserien zugetraut hätte (und die mich in Rebels und Co. ja auch bereits gestört haben) und die ich in den wesentlich größer aufgezogenen Real-Serien so nicht vermutet hatte. Ich habe mich zwar nicht gelangweilt, denn dafür sind die vereinzelten Setpieces, bei denen sich der titelgebende Kopfjäger mit wechselnden Gefährten diversen Gefahren und Monstern stellt, einfach zu gut inszeniert. Dennoch fehlte es mir weiterhin an Komplexität und viel mehr als die Tatsache, dass der Mandalorianer immer noch nach einem sicheren Plätzchen für seinen kleinen, grünen Gefährten sucht, schien hier schon wieder nicht drinzustecken.
Aber nein, ich habe mich getäuscht. Natürlich wissen die Macher dieser Serie, die für lange Zeit das Aushängeschild der neuen Star-Wars-Aufmachung war (und es eigentlich auch immer noch ist), dass mit solch einem durchsichtigen Konzept auf Dauer kein Blumentopf zu gewinnen ist. Und dementsprechend kristallisiert sich, wenn man ein bisschen Geduld mitbringt, dann doch noch eine Geschichte heraus, die durchaus interessant ist und das Versprechen einlöst, welches das Finale der ersten Staffel noch in den Raum gestellt hatte: Es geht um mehr, um etwas Allumfassenderes als einfach nur ein paar Abenteuer auf verschiedenen Planeten zu erleben. Und dieser Geschichte zu folgen hat diesmal wirklich Spaß gemacht, da die Macher mit ziemlich wuchtigem, meist aber sehr clever eingesetztem Fanservice die Geschichten von anderen Filmen und Serien der Reihe mit ebenjener nun verknüpfen und dabei mehr als einen Aha-Moment erzeugen. Das wird dann bisweilen richtiggehend spannend, wenn man die verschiedenen Bezüge und Verbindungen mit der Zeit versteht und das große Ganze dahinter zu begreifen beginnt.
Optisch ist die Serie auch immer noch ein echter Leckerbissen und steckt dabei kaum hinter den großen, aktuellen Kinofilmen zurück. Da merkt man dann auch wieder, wie wunderschön es ist, das Star-Wars-Universum auch mit der heutigen Tricktechnologie erleben zu dürfen, sich an den grandiosen Bilderfluten und hervorragend inszenierten Actionszenen erfreuen zu können. Auch wenn den Machern ausgerechnet am Ende ein fataler CGI-Fehler unterläuft, der mit einer dieser berüchtigten Verjüngungs-Techniken zu tun hat, was hier in der Tat absolut gruselig aussieht. Doch das ist nur ein kleiner Fleck auf einer ansonsten weitestgehend weißen Weste für diese zweite Staffel. Ich bin zwar noch immer nicht völlig warm geworden mit der Hauptfigur, habe mich dafür aber in einige der ungemein coolen und charmanten Nebenfiguren regelrecht verknallt. Und ich mag mich zwar auch noch nicht damit anfreunden, dass nach dem eigentlichen Happy End aus Die Rückkehr der Jedi-Ritter das ganze Imperiums-Thema immer noch so im Mittelpunkt steht, als hätte es keinen Sieg gegeben... aber das Feindbild funktioniert auch hier, sodass wir unseren Helden gerne die Daumen drücken. Ich bin jedenfalls gespannt wie es weitergeht.
Fazit: Nach einem anfänglichen Durchhänger kommt die zweite Staffel letztendlich ganz wunderbar in Schwung und erzählt eine spannende Geschichte, die voller Charme, Action, Fanservice und optischem Bombast steckt. Es mag zwar hier und da ein paar dramaturgische Hänger geben, die vor allem mit der Hauptfigur zu tun haben, doch ansonsten ist das hier wirklich starke Star-Wars-Unterhaltung, die es an vielen Stellen locker mit den Kinofilmen aufnehmen kann und einige von ihnen gar übertrumpft.
Note: 3+
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