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Non-Stop

Dass Liam Neeson einmal einer der großen Actionstars des modernen Kinos sein würde, damit hat bis vor sieben Jahren wohl kaum niemand gerechnet, zeichnete sich der Charakter-Darsteller doch beinahe ausschließlich durch sehr ruhige und markant-präsente Darstellungen aus. Nach "96 Hours" prügelte und ballerte sich Neeson nun aber schon etliche Male in verschiedenen, mal mehr, mal weniger überzeugenden Thrillern über die Leinwand. 2014 geschah dies zum ersten Mal in einem Flugzeug, in dem Film "Non-Stop"...

NON-STOP


Bill Marks (Liam Neeson) ist Air Marshal und soll einen Flug von New York City nach London begleiten. An Bord bekommt er jedoch merkwürdige Nachrichten auf seinem Handy: Ein unbekannter Passagier an Bord des Flugzeuges droht damit, alle zwanzig Minuten jemanden auf dem Flug zu töten, wenn ihm nicht 150 Millionen Dollar auf ein Konto überwiesen werden. Gemeinsam mit der Passagierin Jen Summers (Julianne Moore) und der Stewardess Nancy (Michelle Dockery) versucht Marks, den Täter ausfindig zu machen und setzt dabei allerlei Tricks ein...

Nach dem Trailer durfte man rundum ein neues Action-Vehikel in typischer Neeson-Manier erwarten... was nicht positiv gemeint sein muss, zeichnete sich gerade mit dem lahmen "Ruhet in Frieden - A Walk among the Tombstones" doch ein klarer Abwärtstrend von Neesons Thrillern ab. Was der spanische Regisseur Jaume Collet-Serra hier dann jedoch abliefert, ist ein überraschend spannender und schnörkelloser Thriller ohne Hänger, der sein Publikum über die gesamte Laufzeit mit recht einfachen, aber wirkungsvollen Mitteln fesseln kann. Am stärksten ist der Film sicherlich während der ersten sechzig Minuten, wenn an Bord des Flugzeugs, mitten über dem Atlantik und Stunden von den nächsten sicheren Flughäfen entfernt, ein spannendes Katz- und Mausspiel entsteht, während Marks auf der Suche nach dem Absender der Nachrichten ist. Der einfallsreichen Regie gelingt es dabei, jeden Passagier in irgendeiner Form als verdächtig erscheinen zu lassen, sodass wir niemandem so wirklich über den Weg trauen wollen. Ein kleines Kunststück ist es dabei, dass die vielen Nebendarsteller selten zu eindimensionalen Statisten verkommen, sondern wir wirklich an ihnen interessiert sind, was nicht nur den überzeugenden Schauspielern, sondern auch der Ausarbeitung an sehr verschiedenen, sympathischen und undurchsichtigen Charakteren zu verdanken ist. Dass es hier keine oscarverdächtigen Leistungen hagelt ist klar und es ist sicherlich etwas schade, dass gerade eine Ausnahmeschauspielerin wie Julianne Moore, die ein Jahr später mit ihrer brillanten Performance in "Still Alice" den Oscar tatsächlich gewann, hier gnadenlos unterfordert bleibt. Dadurch, dass sämtliche Mimen (darunter auch noch "House of Cards"-Star Corey Stoll und "Fast & Furious"-Cop Shea Wigham) ihre Sache aber ohnehin beherrschen, haben wir hier jede Menge sehr souveräne Leistungen zu bewundern. Im Mittelpunkt steht dabei natürlich Liam Neeson, der überzeugend wie immer und mit einer starken Präsenz versucht, den Tag zu retten. Anfangs nur selten, später dann öfters darf Neeson auch Fäuste und Pistolen einsetzen. Dabei verkommt "Non-Stop" auf dem Weg zum Finale dann leider doch zum erwarteten Action-Vehikel, welches Sinn und Verstand zugunsten von jeder Menge Krach über Bord wirft. Die knisternde Kammerspiel-Atmosphäre muss jeder Menge Krachbumm weichen, was angesichts der ohnehin etwas laschen, weil sehr weit hergeholten Auflösung, die weder Tiefgang noch Hirn bietet, etwas schade ist. Ist aber nicht so schlimm, denn zuvor hat man sich mit einem überraschend spannenden, wenn auch nicht gerade originellen Thriller wirklich gut amüsiert und ist einer wendungsreichen, recht cleveren Schnitzeljagd gefolgt, welche die Aufmerksamkeit des Zuschauers durchgehend wachhält. Fazit: Das vorhersehbare, zu laute Finale ist leider schwach auf der Brust, zuvor besitzt "Non-Stop" in seiner ruhigen, intensiven Atmosphäre aber genügend Ideen und Wendungen, um sehr gut bei der Stange zu halten. Spannende Unterhaltung mit einem gut aufgelegten Liam Neeson. Viel besser als erwartet!

Note: 2-


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