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Frühstück bei Tiffany

Als der junge Schriftsteller Paul Varjak (George Peppard) in ein neues Mietshaus zieht, lernt er dabei auch die unter ihm wohnende Holly Golightly (Audrey Hepburn) kennen. Holly lebt in Saus und Braus, ohne echtes Ziel und immer in den Tag hinein - ein Lebensstandard, den Paul von Anfang an faszinierend findet, weswegen er sich schnell zu der jungen Frau hingezogen fühlt. Allerdings ist er auch abgeschreckt von den vielen Männern in ihrem Leben und erfährt zudem Teile eines Familiengeheimnisses um Holly, dass ihn überfordert. Zudem wirbt auch Pauls Dekorateurin Mrs. Failenson (Patricia Neal) um seine Gunst, bis er vollkommen zwischen allen Stühlen zu sitzen scheint und Holly plötzlich in immer weitere Ferne rückt...

Audrey Hepburn gilt auch heute noch, beinahe dreißig Jahre nach ihrem Tod, als einer der größten Filmstars Hollywoods. Ihre vermutlich bekannteste Rolle spielte sie in Blake Edwards' "Frühstück bei Tiffany", nach dem gleichnamigen Roman von Truman Capote. Ihre Kostüme, ihre Glimmstängel, ihr Lächeln und ihr ungezwungenes Spiel erhoben sie endgültig in den Kultstatus und Hepburn machte sich mit ihrer Darstellung als lebensfrohe, jedoch ebenso unsichere Holly Golightly schlichtweg unsterblich. Ihre Performance ist dann auch das große Highlight des Hollywood-Klassikers: Mit umwerfendem Witz, sehr viel Charme und einer natürlichen Ausstrahlung, wobei sie wunderbar spielerisch mit sämtlichen Dialogzeilen und ihren zumeist männlichen Spielpartnern umgeht, wissen auch heute noch zu faszinieren. Ihr zur Seite stand George Peppard (der spätere Anführer der "A-Team"-TV-Serie), der zwar nicht ganz den zeitgemäßen, etwas ruppigen Charme der großen Filmstars dieser Zeit besitzt, aber dennoch in den gemeinsamen Szenen mit Hepburn aufblüht.
Trotz dieser wunderbaren schauspielerischen Leistungen wurde ich aus den Rollen, die sie verkörpern, bis zum Ende nicht ganz schlau. Zwar findet Regisseur Edwards immer wieder einen gekonnten Mix aus flottem Humor (mit für damalige Verhältnisse durchaus mutigen Dialogen und Einzelszenen) und sensiblem Familien- und Liebesdrama, doch was sowohl Holly als auch Paul wirklich antreibt, bleibt eher schwammig. Es ist ein romantischer Film, doch wirkt die zugrundeliegende Liebesgeschichte mit ihren Up's und Down's nicht wirklich glaubwürdig - auch da Holly als Figur kaum zu greifen ist, was aber mit ihrem Lebensstil sicherlich auch so gewollt war. Trotz einiger Längen, die durch diese eher mauen Konflikte befeuert werden, hilft die wunderbare Inszenierung mit einem großartigen Soundtrack, dass man mit "Frühstück bei Tiffany" durchaus seinen Spaß haben kann. Besonders einige Nebenfiguren sind dabei herrlich witzig gezeichnet.
Natürlich hat der Zahn der Zeit aber auch an dieser Produktion genagt. Jahre später entschuldigten sich Teile der Crew sogar für die Zeichnung der Nebenfigur Mr. Yunioshi, dem stets polternden Nachbarn Hollys und Pauls. Nicht nur, dass der asiatische Nachbar mit allen unkonformen Klischees dargeboten wurde, die ihn unglaublich lächerlich machten - man castete nicht einmal einen Schauspieler mit passender Ethnie, sondern ließ den damaligen Comedy-Star Mickey Rooney mit seltsamer Maskerade aufkreuzen und kalauern. Das hat heute selbstverständlich einen mehr als faden Beigeschmack... auch da die Szenen rund um Yunioshi weniger lustig sind als eigentlich geplant. Deutlich spaßiger sind dabei die Gastauftritte eines namenlosen Katers in Hollys Wohnung sowie die vieler schräger Nebenfiguren - eine ausladende Party in Hollys Heim wird dabei zu einem echten Szenen-Highlight, bei der an jeder Ecke etwas Aufregendes, Witziges oder Unerwartetes geschieht.

Fazit: Kultklassiker aus der Glanzzeit Hollywoods, der heute noch vor allem aufgrund der wunderbaren Performance von Audrey Hepburn Freude macht. Die Charaktere wirken aus heutiger Sicht etwas unauserzählt und wenig greifbar, die dramatischen Aspekte etwas forciert.

Note: 3



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