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Halloween (2018)

Es ist eine ziemlich unkonventionelle Art, einen neuen Franchise-Beitrag anzugehen, aber es war vielleicht auch der einzige Weg, dieser Horror-Reihe nach unzähligen Fortsetzungen, Neuausrichtungen, Reboot-Versuchen und Reboot-Sequels noch etwas Frische abzugewinnen: Der neue "Halloween"-Film, der uns pünktlich Ende Oktober erreicht, ignoriert sämtliche Sequels, ändert sogar das Ende des ungemein beliebten und kultigen Originals ab und prescht somit in eine neue Richtung. Das klang etwas seltsam, aber immerhin sehr mutig... und Mut ist etwas, worauf Filmfans wie ich ja immer wieder hinweisen wollen. Also war ich auch nach den recht guten Trailern eigentlich positiver Dinge und freute mich auf einen richtig gemeinen Schocker im Stil der alten Klassiker... das ist aber nur halbwegs gelungen.

HALLOWEEN


Es sind vierzig Jahre vergangen, seit Michael Myers (James Jude Courtney) zur Halloween-Nacht seine Geschwister und Nachbarn terrorisierte und fünf Menschen ermordete. Diese Nacht hat die junge Babysitterin (Jamie Lee Curtis) als überlebendes Opfer schwer traumatisiert und sie von ihrer weiteren Familie abgespalten. Seit Jahren wartet sie auf einen Ausbruch des Killers, der seitdem in einer Hochsicherheits-Anstalt für geisteskranke Mörder sitzt... und plötzlich soll sie die Gelegenheit erhalten. Myers gelingt während der Busfahrt in ein neues Krankenhaus der Ausbruch und er kehrt zurück in seine Heimat, wo seine Laurie bereits mehr als gut vorbereitet ist und den Kampf gegen das Böse aufnimmt.

Man merkt dem Team rund um Danny McBride und David Gordon Green an, die sich nun mit BlumHouse, dem Retter des Horror-Genres, zusammentaten, dass sie die Marterie verstehen und achten: Der klassische Soundtrack, der auch heute noch Gänsehaut verursacht; ein langsames Tempo; düstere Szenarien und eine schlichtweg makellose Kameraarbeit... spätestens nach dem Vorspann, welcher Cast und Crew in bester 70er-Manier präsentiert, glaubt man, dass das hier richtig, richtig gut werden könnte. Ein wenig ist dieser Wahn, sich vor dem Original (welches ja eigentlich immer gut war, aber schlecht gealtert ist) zu verbeugen und ständig kultige Szenen zu zitieren, aber auch ein Klotz am Bein: "Halloween" soll ein Sequel sein, fühlt sich aber in den meisten Momenten an wie ein gut gemachtes, aber letztendlich leidlich unoriginelles Remake. Ganze Szenen scheinen aus dem Original übernommen und kopiert worden zu sein und irgendwann ist es damit auch mal gut: Es ist schön, dass das Team dem Film so huldigt, aber sie sollten immer noch genug Mut haben, um trotz der Marke und der Fans, die mit Argusaugen auf jedes Detail stieren, etwas Eigenes zu erfinden.
Das gelingt ihnen dann schließlich mit der Weiterentwicklung von Laurie Strode, die auch vierzig Jahre nach der Uraufführung von "Halloween" erneut von "Ein Fisch namens Wanda"-Star Jamie Lee Curtis gespielt wird. Sie ist nun nicht mehr die Scream Queen, das im Slasher-Genre beheimatete Final Girl... sondern eine Frau, die sich wehrt. Die dem Schrecken ins Gesicht sieht und mindestens ebenso viel Schrecken entgegensetzt. Das ist eine kluge Weiterentwicklung, die aber erst spät wirklich Fahrt aufnimmt, nachdem man sich in den Manirismen des Genres gesuhlt hat. Da wird dann viel geschlitzt (trotz einer FSK-16 ist der Film sehr brutal geraten), Myers streift durch die finsteren Straßen und es gibt auch manch ein überraschendes Opfer zu beklagen - unterhaltsam, aber nichts, was man pro Jahr nicht mehrfach zu sehen bekommt. Immerhin schlagen die Macher inszenatorisch in die richtige Kerbe, haben ein gutes Gefühl für intensive Spannung, aber weniger für Grusel, denn wirklich schaurig ist "Halloween" eigentlich nie und erschreckt habe ich mich auch nicht.
Immerhin gibt man dem Horrorstreifen dann ein zwar etwas zu langes, aber in seiner Form doch ziemlich spannendes Finale, welches sich nicht ewig im Kreis dreht und das Duell zwischen Held und Killer in frischerer Form erzählt. Man sollte aber nicht davon ausgehen, dass dies nun das Ende ist, denn nach dem Erfolg in den USA dürfte eine weitere Fortsetzung bereits beschlossene Sache sein... auch, da einige zwischenmenschliche Konflikte hier noch nicht auserzählt werden. Auf ein Sequel darf man sich freuen, da die Verbeugung vor dem Original dort nicht mehr so intensiv anvisiert werden kann. Dort muss sich dann zeigen, was die Macher von der Marke noch frischhalten und ob sie eigene Ideen einfließen lassen können. Dass das scheitern kann, zeigt sich dabei mit der Rolle von Michaels neuem Therapeuten, der hier doch etwas nervig agiert und einige seltsame Wendungen erfährt. Aber es kann auch gut gehen und das beweisen die Produzenten hier zumindest streckenweise.

Fazit: "Halloween" ist nicht der neue Horror-Knüller, denn dafür ist der Film viel zu sehr damit beschäftigt, sich vor dem Original zu verbeugen und verpasst dabei seine Eigenständigkeit. Trotzdem mochte ich die klassische Inszenierung und habe einige sehr spannende Momente und eine Jamie Lee Curtis in Bestform erlebt.

Note: 3







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